Besser Zeichnen auf dem iPad mit dem Stift „Pencil“

Zeichnen auf dem iPad ist eine feine Sache, aber nicht ganz unproblematisch. Der große Vorteil:

Gute Zeichenprogramme machen aus krakeligen Linien schöne Formen.

Außerdem hat man mit dem iPad jederzeit einen praktisch unendlichen Papiervorrat dabei und jede Menge verschiedenste Stifte in allen möglichen Farben.

Ein großer Nachteil ist aber, dass die Glasoberfläche viel weniger Widerstand bietet als Papier. Das erschwert das Zeichnen. Mit einem Stift geht das besser, aber ideal ist es trotzdem nicht.

Und, ebenfalls ungünstig: Man kann die Hand nicht auf das Gerät legen, weil die Hand sonst als weitere Finger interpretiert wird und entweder seltsame Linien auf dem virtuellen Zeichenblock erscheinen, oder merkwürdige Gesten erkannt werden – und sich z.B. das Programm plötzlich schließt.

Das Problem sollen Stifte mit Bluetooth lösen – zusammen mit dem richtigen Programm soll der Handballen von der Stiftspitze unterschieden werden können.

Foto Pencil
Der Pencil mit Walnussholz-Korpus. Drin steckt ein Bluetooth-Sender.
Ich habe das jetzt mit dem edlen Pen von FiftyThree getestet.

Der ist genau abgestimmt auf das iPad-Programm Paper. Das Programm ist mein Lieblingsprogramm zum Zeichnen, weil es so wunderbare Linien macht. Es hat aber den Nachteil, dass die Papiergroße auf eine Bildschirmgröße beschränkt ist. Und auch das Hineinzoommen geht nur etwas umständlich. Ansonsten die die Usability der Software unübertroffen.

Daher dachte ich, der Pencil wäre genau das richtige Werkzeug für mich. Den Adonit Jot Pro hatte ich zuvor auch schon einmal getestet. Der hat eine kleine durchsichtige Plexiglasscheibe an der Spitze und so sieht man besser, wo man zeichnet. Die Linien werden damit aber auch nicht dünner – iPads sind nun mal auf Finger ausgelegt, nicht auf Stifte. Und die Art, wie die Scheibe über das Gerät gleitet, hat mir persönlich nicht so gefallen. Daher habe ich den Adonit Pro zurückgegeben und weiter einen ganz einfachen Stift für ein paar Euro verwendet.

Zum Thema Geld: Der Pencil kostet in der Metallausführung knapp 55 Euro, in Holz ca. 65. Nicht ganz günstig, aber wer so viel Skizziert wie ich, für den könnte sich die Investition lohnen.

Könnte, denn restlos zufrieden bin ich nicht. Mein billig-Stift fühlt sich vom Strich her genauso gut an, auch wenn das Walnussholz angenehmer in der Hand liegt. Und was leider nicht richtig funktioniert, ist die Handflächen-Eikennung. Jedenfalls nicht mit meiner Hand. Man kann sich schon etwas abstützen, aber liegt der ganze Ballen auf, gibt es bei mir immer wieder Fehlerkennungen von Strichen. Auch bei deaktivierten Multitouch-Gesten. Und der Radiergummi am Ende wird auch öfter mal nicht erkannt.

Auch ist die Zahl der Apps, die den Pencil mit allen seinen Funktionen unterstützen, leider nicht besonders groß.

Fazit: Ein sehr schönes, edles Zubehör, für alle, die viel Zeichnen am iPad. Aber leider noch mit Kinderkrankheiten.

Infos zum Pencil: Pencil by FiftyThree
Der Stift bei Amazon

2 Gedanken zu “Besser Zeichnen auf dem iPad mit dem Stift „Pencil“”

  1. Hallo Benutzerfreund,
    ich habe mal das Adobe Ink & Slide bestellt und getestet. Das Video war so schön anzusehen und weckte in mir die Hoffnung, endlich einen Weg gefunden zu haben, auf einfache Art und Weise Freihandzeichnungen erstellen zu können.
    Als das Päckchen ankam, wuchs die Vorfreude noch, da sich das Produkt schön in einer wertigen Verpackung zeigte.
    Konnte es kaum erwarten, den Stift auszuprobieren. Tool von Adobe installiert, ausgepackt, losgelegt … probiert, probiert, nochmal probiert … weggelegt.
    So eine enttäuschende Erfahrung. Der Stift machte nicht annähernd das, was ich wollte und wie es einem in dem Film suggeriert wurde.
    Es ruckelte, Linien wurden nachgezeichnet und es verlor den Freihandcharakter. Das schlimmste fand ich, dass ein erneutes Ansetzen an einer Linie fast nicht möglich war. Der Stift hatte durch das Display so einen Versatz, dass ich es nicht geschafft habe, eine Linie fortzusetzen.
    Ist vielleicht etwas Übungssache, aber den Nerv hatte ich einfach nicht. Ich hatte mir ein Zeichnen wie auf Papier erhofft und war maßlos enttäuscht.
    Also, alles wieder eingepackt und zurückgeschickt.
    Nun zeichne ich halt doch wieder auf einem Tablet neben dem PC 🙁

    • Hallo Kai,
      ja, das klingt wirklich traurig. Gut zu wissen, dass ich den nicht ausprobieren muss.
      Ich bin mit dem Pencil auch noch nicht richtig warm geworden – habe mir gerade noch ein paar gute analoge Marker gekauft…
      Danke für den Erfahrungsbericht!

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