Video einbinden leicht gemacht?

HTML 5, der neue Standard für die Seitenbeschreibungssprache von Webseiten, ist ein Thema für sich. Ich möchte heute nur eine Neuerung herausgreifen, die großes Potenzial hat: Das <video>-Tag. Es ermöglicht, Video ohne spezielle Plug-Ins wie Flash oder Silverlight einzubinden. Das Video wird dann mit einem Codec abgespielt, der auf dem System installiert ist. Nach demselben Prinzip gibt es auch ein <audio>-Tag
Der HTML-Code ist mit diesen neuen Tags schön übersichtlich. Zunächst. Denn ganz so einfach ist es leider immer noch nicht. Denn das Hauptproblem ist, dass die Browser sich nicht gleich verhalten. Kurz zusammengefasst:

  • Internet Explorer unterstützt das Tag nicht, es ist auch noch nicht bekannt, ob sich das ändern wird.
  • Firefox 3.5 unterstützt nur die Codecs Ogg Vorbis (Audio) und Ogg Theora (Video).
  • Safari 4 unterstützt nur den Codec AAC (Audio) und H.264 (Video).
  • Chrome unterstützt alle vier oben genannte Codecs.

Noch immer muss man beim Einsatz von Video die Frage im Hinterkopf haben: Was passiert, wenn ein Nutzer auf die Seite kommt, der den Codec nicht hat? So wie ich mir bei der Verwendung von .flv-Video die Frage stellen muss: Wass passiert, wenn der Benutzer kein Flash-PlugIn installiert hat?
Zeige ich alternativen Inhalt, zum Beispiel Bilder oder Text? Oder schicke ich den Benutzer zur Installationsseite des Codecs bzw. von Flash? Letzteres hilft nicht weiter, wenn der Nutzer nichts installieren will oder es nicht kann (etwa weil er in der Firma ist und keine Installationsrechte auf dem Computer hat oder weil er z. B. mit einem mobilen Gerät surft, auf dem das nicht geht).

Das heißt aber nicht, dass man das video-Tag nicht schon verwenden könnte. Apple etwa macht das auf seiner Website mit den neueren Produktvideos (z. B. die für den iMac – wobei die „kleine“ Video-Version seltsamerweise über das Quicktime-Plug-In abgespielt wird). Für andere Browser ist eine JavaScript-Weiche eingebaut, die die Benutzer zur Quicktime-Plug-In-Version schickt, wenn diese das video-Tag nicht unterstützten. Auch Youtoube experimentiert damit.

Langfristig bleibt zu hoffen, dass alle Browser Videos in einem browserübergreifenden Format unterstützen, doch bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg. Dokumentiert ist das sehr gut in dem Beitrag von Ian Hickson (unten verlinkt), der sich für Webstandards engagiert und sie in den Gremien mitgestaltet.

Video für Firefox einbinden (englisch)
Der Beitrag von Ian Hickson im Original (englisch)
Noch mehr Hintergrundinfos dazu bei Ars Technica (englisch)
Übersicht der Syntax des video-Tags und der möglichen Parameter bei w3Schools (englisch)
Hervorragender Workshop bei video-flash.de

5 Kommentare zu „Video einbinden leicht gemacht?

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