Marketingtipps für Läden, Geschäfte, Kneipen, Anwälte & Ärzte
Im neuen Newsletter habe ich die Blogposts zum Thema location based service des letzten Monats zusammengefasst und aktualisiert. Wer also eine Kneipe betreibt, eine Arztpraxis hat oder einen Frisörsalon, der sollte sich den Text einmal ansehen – und dann Foursquare und Facebook Places.
Facebook mischt nun auch vor Ort mit – Facebook Places
Über location based services wird derzeit immer gern berichtet, was sicher nicht nur am langsam zu Ende gehenden Sommerloch liegt. Auf Deutsch spricht man immer noch wenig eingängig von „standortbezogenen Diensten“, und in den USA gibt es seit einigen Tagen echte Neuigkeiten hierzu: Facebook hat seinen eigenen Geo-Location-Dienst gestartet: Facebook Places.
Damit wildert Facebook in den Jagdgründen von Foursquare, Gowalla, Brightkite und ähnlichen Diensten. Wobei es mit einigen von ihnen zusammenarbeitet. Diesen blieb sicher nichts anderes übrig – Facebook hat 500 Millionen Nutzer, der größte location based service Foursquare kommt gerade mal auf vier Millionen Nutzer. Schon zuvor veröffentlichten 20 Prozent der Foursquare-Nutzer bei Facebook, welche Orte sie in Foursquare besucht haben.
Die Produktvorstellung von Facebook Places:
Offenbar will Facebook auch, dass man Places als Funktion nutzt, um sich selbst an Ereignisse zu erinnern. Also ein weiterer Baustein, unentbehrlich für das eigene Leben zu werden.
Wohl mindestens eben so wichtig ist, dass Facebook damit in den lokalen Werbemarkt einsteigt. Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um sich unterwegs über Dinge vor Ort zu informieren – also auch über Geschäfte, Restaurants etc. Und so spricht Facebook auch die Inhaber vor Läden direkt an und gibt ihnen in einem eigenen Hilfe-Bereich Tipps, wie sie Places am besten für ihre Werbung nutzen.
Vertrauen schaffen in Sozialen Medien
Glauben Ihre Kunden, was Sie sagen? Im persönlichen Gespräch meist schon, doch in den Sozialen Netzwerken sieht das anders aus. Scott Monty, bei Ford für die Sozialen Medien zuständig, hat einige interessante Zahlen zur Glaubwürdigkeit von Firmen-Blogs, Twitter-Nachtichten etc. zusammengetragen. Und er leitet daraus ein paar nützliche Empfehlungen ab.
Was machen die Leute eigentlich auf Facebook?
Wer immer noch nicht genau weiß, wofür dieses Facebook eigentlich gut ist, dem sei ein Artikel aus der New York Times empfohlen. Darin geht es zwar in erster Linie um einen Roman, für den die zwei Autorinnen Facebook nutzen. Aber dennoch lernt man eine ganze Menge darüber, wie vor allem Jugendlichen auf Facebook kommunizieren.
Marketing für Geschäfte – mit Foursquare
Man muss nicht jedem Trend hinterherlaufen. Aber bei Twitter dachte ich zunächst auch, das sei nur ein Hype, der schnell vergeht und erkannte den Nutzen nicht. Deshalb empfehle ich jedem, sich den Dienst Foursquare zumindest mal anzusehen. Wer ein Geschäft hat, für den ist das sogar sehr wichtig – also zum Beispiel für Betreiber von Bars, Restaurants, Bäcker, Frisöre oder Einzelhändler.
Was ist ein location based service?
Foursquare ist ein location based service, zu Deutsch standortbezogener Dienst. Hiervon tauchen in den letzten Monaten immer mehr auf; ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie irgendetwas mit dem Ort zu tun haben, an dem ich mich gerade befinde – man spricht auch von Geotagging. Das heißt, diese Dienste laufen normalerweise als Programm auf meinem Handy oder Smartphone. Im einfachsten Fall verraten sie mir, was um mich herum los ist. Also zum Beispiel, welche Geschäfte es gibt, wo die nächste U-Bahn-Station liegt oder welche interessanten Gebäude hier stehen. Auch ein Routenplaner/Navi fällt in die Kategorie location based service.
Was solche Dienste bringen, muss man niemandem erklären. Schwieriger wird es mit Foursquare, Gowalla, Brightkite und Konsorten. Ihre Grundidee ist, dass man anderen mitteilt, wo man gerade ist. Das erscheint zunächst noch sinnloser als Twitter, mit dem man der Welt mitteilt, was man gerade macht. So haben Anwendungen wie Foursquare keinen erklärten Nutzen.
Wie funktioniert Foursquare?
Im Folgenden beschreibe ich Foursquare, das mir persönlich als der Dienst erscheint, der sich am weitesten durchsetzen könnte.
Will ich Foursquare ausprobieren, melde ich mich auf der Website an und lade die Anwendung für mein iPhone, Android-, Palm- oder Blackberry-Handy herunter. Mit der Anwendung kann ich mich nun an Orten „einchecken“, die in der Nähe meines aktuellen Standorts sind.
Ich kann sehen, welche Foursquare-Nutzer noch da sind (bzw. wer von den Menschen, die hier sind, so ein Nerd ist). Dann kann ich noch einen Kommentar oder Tipp zum Ort angeben, und das war es auch schon.
Wenn ich an einem so exotischen Ort bin, dass der noch nicht in Foursquare ist, kann ich diesen anlegen.
Wer sich in den letzten Tagen am häufigsten an einem Ort angemeldet hat, der wird dessen „mayor“ (Bürgermeister). Alles, was er davon hat, ist die Anzeige seines Namens auf der Seite der Lokalität.
Außerdem gibt es verschiedene „badges“ (Abzeichen) z.B. für seine erste Anmeldung oder dafür, dass man einen stark besuchten Platz aufsucht etc.
Außerdem kann man sich wie in Facebook mit seinen Freunden vernetzen und sieht, wo diese sich eingecheckt haben bzw. was sie für Tipps gegeben haben.
Was bringt Foursquare?
Wie gesagt, das klingt erstmal ziemlich nutzlos, aber um es selbst beurteilen zu können, sollte man es mal ausprobieren. Nach meinem derzeitigen Gefühl ist es mehr ein Spiel.
Man kann sich auch ansehen, welche Tipps andere Nutzer für die Orte in der Umgebung gegeben haben. So bekommt man Ideen, wo man hingehen könnte, wenn man z.B. in einer fremden Stadt ist.
Und man kann sich mit anderen einen Kampf um den Rang des Mayors liefern, indem man sich möglichst häufig an einem Ort anmeldet. Ob es sich dafür lohnt, ständig allen zu verraten, wo man sich aufhält, muss jeder für sich selbst entscheiden. Sicher macht es z. B. nicht den besten Eindruck beim Arbeitgeber, wenn seine Angestellten sich mehrfach am Tag bei der Kneipe gegenüber einchecken…
Wer nutzt location based services?
Glaubt man den Meinungsforschern von Forrester, nutzen weltweit nur ein paar Millionen Menschen diese Dienste – vor allem Männer (80 Prozent der Nutzer) zwischen 19 und 35 Jahren (70 Prozent).
Nur vier Prozent der amerikanischen Erwachsenen haben so einen Dienst überhaupt einmal ausprobiert, und nur ein Prozent nutzen Foursquare & Co regelmäßig.
Marketing mit Foursquare?
Wer aber experimentieren will oder vor allem technologieinteressierte junge Männer als Zielgruppe hat, der sollte sich Foursquare näher ansehen. In jedem Fall ist es aber für Betreiber von Ladengeschäften wichtig, im Blick zu behalten, was in den location based services über sie gesagt wird. Denn jeder Benutzer kann Ihren Laden als Ort bei Foursquare eintragen – und jeder kann dort einen Kommentar über Sie, Ihr Angebot oder Ihre Mitarbeiter abgeben.
Tipps für den Start des Foursquare-Marketings für Ladengeschäfte:
- Melden Sie sich an.
- Probieren Sie ein paar Tage aus, wie der Dienst funktioniert und was dessen Nutzer hier so tun.
- Suchen Sie so viele Freunde wie möglich – je mehr, desto nützlicher wird der Dienst. Am besten überreden Sie ein paar echte Freunde zum mitmachen, die in der Nähe wohnen.
- Tragen Sie Ihr Geschäft ein.
- Tragen Sie Tipps ein. Z. B. die Öffnungszeiten, Infos zu Parkplätzen, Sonderangeboten etc.
- Bieten Sie Kleinigkeiten für Mayor/Intensivnutzer etc. an.
- Weisen Sie auch im Laden selbst auf Ihr Engagement bei Foursquare hin.
Vorsichtig würde ich mit der Verknüpfung zu Twitter und Facebook sein. Überlegen Sie sich gut, ob Sie all Ihre Aktivität auf Facbook ständig zu allen Followern/Freunden senden wollen. Das kann diese schnell nerven.
Und werden Sie nicht selbst Mayor Ihres eigenen Ladens – auch Ihre Mitarbeiter sollten das nicht sein. Gegen sie haben Ihre Kunden keine Chance.
Wie nutzen andere Foursquare?
Starbucks ist hier z. B. ziemlich stark vertreten. Sie haben sogar eine eigene badge, die bekommt, wer sich häufig dort eincheckt. Wer Mayor ist, der bekommt Rabatt auf seinen Kaffee. Auch kleine Cafés bieten das immer häufiger an: Vergünstigungen oder Freigetränke für den Mayor.
Das ist aber nicht unproblematisch, weil es bei stark besuchten Orten ganz schön schwierig ist, Mayor zu werden (und zu bleiben). Das kann schnell zu Frustration bei denen führen, die es nicht schaffen, den Mayor zu verdrängen.
Sinnvoller erscheint mir daher der Ansatz, allen, die sich einchecken, eine Kleinigkeit anzubieten. In jedem Fall ist es aber extrem wichtig, dass dann auch jeder Mitarbeiter in Ihrem Laden Bescheid weiß und den stolzen Mayor nicht fragen muss: „Was ist denn Foursquare?”
Links
Tipps zum Marketing mit Geotagging im Gastro2null-Blog
Location-Based Social Networks: A Hint Of Mobile Engagement Emerges
Studie von Forrester (nur sehr kurzer Exzerpt kostenlos, ganzer Text 500$)
kurzer (englischer) Blogpost von Melissa Parrish dazu (Mitarbeiterin von Forrester)
Blumenkübel und die Bedeutung von Twitter
Wer einmal lachen (oder zumindest schmunzeln will), der sollte die Geschichte vom zerstörten Blumenkübel lesen: Der Blumenkübel und die acht Humorstufen des Web
Nebenbei lernt man auch etwas darüber, wie Twitter genutzt wird und wie geschickte Marketing-Leute bei Otto oder der Sparkasse einen extrem kurzlebigen Trend genutzt haben.
Video fürs Web, aber richtig
Video ist aus dem Web nicht mehr wegzudenken. Und Video ist immer einfacher herzustellen. Wie Sie die Gratwanderung zwischen „das kann ich nicht“ und „Video machen kann doch heute jeder“ schaffen, lesen Sie im August-Newsletter.

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