Alexa für alle – Sprachsteuerung kommt

Seit gestern kann sich jeder Alexa ins Haus holen – Amazon hat auch in Deutschland den Echo und den Dot frei verfügbar gemacht und so kann jeder die Sprachsteuerung von Amazon bestellen. Die Frage ist nur: Sollte man das?

Foto Amazon Dot
Amazon Dot, der kleine Bruder des Echo.

Ich selbst habe seit zwei Wochen etwa einen Dot und seitdem etwas Erfahrung mit ihm gesammelt. In dem Gerät steckt genau die gleiche Technik wie im deutlich größeren Echo, nur weniger Lautsprecher. Der Klang ist daher nicht berauschend, aber dennoch besser als bei manchem billigen Küchenradio. Und für erste Erfahrungen reicht das – wollen Sie also nur selbst ausprobieren, wie (oder ob) man Sprachsteuerung im Alltag sinnvoll einsetzt, ist das Gerät mit gut 60 Euro die bessere Wahl (der Echo kostet 180 Euro).

Screenshot Alexa App iPhone
In der Alexa App findet man auch seltsame Einträge. Keine Ahnung, was ich da wissen wollte.

Die Geräte brauchen immer eine WLAN-Verbindung, ohne die funktioniert die Spracherkennung nicht. Nicht einmal einen Timer stellen kann Alexa ohne WLAN. Und damit sind wir schon bei den Sachen, die ich überraschenderweise am sinnvollsten finde: Ganz einfache Aufgaben, die auch mit dem Smartphone oder anderen Geräten zu erledigen wären, die Alexa aber schneller hinbringt. Vor allem dann, wenn man die Hände voll hat oder zu faul ist. Wenn man also z.B. gerade kocht oder auf dem Sofa liegt. Dann ruft man einfach „Alexa, stell den Timer auf 5 Minuten.“ (wenn das Gemüse fertig gebraten ist) oder „Alexa, stell den Timer auf 15 Minuten“ (wenn der Power-Nap zu Ende sein sollte).

Auch die Listen-Funktion ist praktisch: „Alexa, setz Kaffee auf die Liste“. Und nein, nichts wird automatisch bei Amazon bestellt. Dafür habe ich in der dazu gehörigen Alexa-App dann Kaffee auf der Liste – auch unterwegs natürlich. Die App brauche ich, um das Gerät einzurichten und ein paar Einstellungen zu machen. Auch so genannte Skills kann ich damit installieren – Erweiterungen, z.B. um Taxis zu rufen oder mit Kochrezepte und Witze vorlesen zu lassen. Und ich kann in der App nachsehen, was Alexa so verstanden hat – für mich als Konzepter eine sehr wichtige Funktion.
Die App ist aber auch so wichtig, weil sich viele Ausgaben einfach nicht sinnvoll vorlesen lassen. Die Zutatenliste eines Rezepts ist noch OK, doch die ganze Zubereitung bringt nicht viel, wenn Alexa mir die vorliest. Aber sie bietet an, mir die Beschreibung auf die App zu schicken.

Missverständnisse bleiben natürlich nicht aus. Mir fällt nach dem Frühstück heute ein: ich muss um 12:35 los zu einem Termin. Ich sage also:

Alexa, stell den Wecker auf 12 Uhr 35.

Sie fragt nach:

Meintest du 12:35 morgens oder nachmittags?

Ich, nach kurzer Denkpause:

Nachmittags?

Sie:

Wecker gestellt für 0:35 morgen früh.

Klar, wenn man drüber nachdenkt, liegt der Fehler klar bei mir. Ich dachte aber 12:35, das ist nach Mittag, also nachmittags. Und 0:35 ist für mich selbst als Frühaufsteher keinesfalls morgens, sondern mitten in der Nacht.

Aber Alexa und ich werden uns schon noch aneinander gewöhnen. Und das ist ja auch das Spannende bei solch neuen Eingabemethoden: Hier ändert sich etwas am Nutzerverhalten, an den Erwartungen und das möchte ich mitbekommen, nicht nur bei Tests mit Probanden. Auch wenn ich mir meinen Wecker zum Aufwachen am Morgen weiterhin ganz traditionell selbst stellen werde.

Mehr zum Thema Sprachsteuerung und User Experience auch im vorletzten Newsletter hier im Blog: Sprechen mit Computern

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