Virale Videos entstehen nicht, sie werden gemacht
Noch ein Nachtrag zum Thema Geld verdienen mit Video (siehe Geld verdienen mit Video auf Youtube und Geld verdienen mit Videos auf Vimeo):
Wer immer noch glauben möchte, virale Videos entstünden zufällig, der sollte sich einmal die Chronologie des Harlem Shake zu Gemüte führen. Das Social Media Watchblog zeigt sehr überzeugend, wie ein Trend entsteht – beziehungsweise gemacht wird.
Und wer daran wirklich Geld verdient.
Die Analyse: Du hast den Harlem Shake nicht viral gemacht – Unternehmen waren es
Einige Harlem Shake-Versionen zusammen in einem Video:
Geld verdienen mit Videos auf Vimeo
Wie man auf Youtube Geld verdient, darum ging es ja die Tage hier im Blog (Geld verdienen mit Video auf Youtube).
Ganz anders kann man auf der Konurrenz-Plattform Vimeo Geld verdienen: Nämlich indem man einfach Eintritt verlangt. Jeder kann hier Videos hochladen und von allen Zuschauern Geld fordern lassen. Solange die Inhalte natürlich von einem selbst stammen. Vimeo behält 10 Prozent der Einnahmen, der Rest geht an den Hochladenden.
Mehr Infos: Hintergründe für “on-demand” bei Vimeo
Praxisbeispiel Video-Marketing: HUK-Coburg

Im Fußteil jeder Seite verlinkt die HUK-Coburg ihren Youtube-Kanal.
So weit, so gut. Leider ist alles Weitere nichts, woran Sie sich ein Beispiel nehmen sollten:
Im HUK-Coburg-Youtube-Kanal sind ganze zwei Videos zu finden. (Auch wenn Sie selbst nichts produzieren, muss es in Ihrem Youtube-Kanal nicht so einsam aussehen, siehe mein voriger Beitrag Aufmerksamkeit durch Kuratieren).

So leer sieht es im Youtube-Kanal der HUK-Coburg aus.
Auch der Inhalt ist dem Medium leider gar nicht angepasst – die Videos sind einfach nur zwei TV-Spots. Solche kann man generell schon einstellen, manchmal wollen Interessenten auch so etwas sehen. Aber als alleiniger Inhalt ist das traurig. Und es zeigt, dass man das Internet zumindest als Video-Plattform nicht ernst nimmt.
Der Mehrwert für die Besucher ist äußerst gering.
Und es kommt noch schlimmer: Es gibt einen Bereich “Kommentare”, in dem drei ziemlich böse Kommentare von Youtube-Nutzern stehen. Ohne Reaktion der Kanalbetreiber.
Und die Kommentare zu den Videos selbst bei Youtube sind auch nicht viel positiver.
Leider sind die Kommentare auf Youtube meist wenig hilfreich und oft auch negativ. Daher sollte man die Kommentare bei den Kanaleinstellungen lieber deaktivieren, wenn man diese Plattform nicht aktiv betreuen kann.
Generell ist es eine gute Idee, einen Youtube-Kanal anzulegen – auch, wenn man nicht die Zeit und/oder das Geld hat, diesen mit Inhalten zu bestücken. Denn damit sichert man sich den Namen und verhindert, dass jemand anderes einen solchen Kanal eröffnet. Allerdings sollte man dann konsequenterweise auch keine Inhalte einstellen.
Leider zeigt dieses Beispiel, was passiert, wenn man Dinge halbherzig angeht: Das Engagement schadet mehr als es nützt.
Aufmerksamkeit durch Kuratieren schaffen
Nicht nur mit eigenen Videos bekommen Sie Aufmerksamkeit. Auch wenn Sie kein einziges eigenes Video haben, können Sie das Filmportal nutzen. Das Stichwort dazu: kuratieren.
Videos kuratieren: Einführungen
Unter “kuratieren” versteht man das Sichten, Einordnen und Pflegen von Sammlungen. Der Begriff kommt aus dem Museumsbereich, wird aber heute auch für alle eingesetzt, die im Web fremde Inhalte sammeln und kommentieren. Sie können genau das auf Youtube tun: Neben den Playlists und den Kommentaren können Sie dazu verschiedene weitere Funktionen nutzen (und natürlich auch eigene Videos).
Ihrer Playlist können Sie damit also zum Beispiel einen Titel voranstellen. Dazu klicken Sie auf “Playlist bearbeiten”, bewegen die Maus über das erste Video in der Liste und wählen dann den Button “+ Einführung”, der darüber erscheint.

Eine kleine Flash-Anwendung erlaubt das Erstellen von Texttafeln und die direkte Aufzeichnung von Webcam-Videos.
Die Position eines Videos in der Playlist ändern Sie, indem Sie unter “Playlist bearbeiten” den kleinen Anfasser aus drei vertikalen Punkten klicken (erscheint neben der Checkbox links bei Rollover), halten und das Video an die gewünschte Position in der Liste schieben.
So wie einzelne Videos lassen sich auch ganze Playlisten in Webseiten einbetten. Gehen Sie dazu auf die Seite der Playlist, klicken Sie “Teilen” und dann “Einbetten”. Diesen Code kopieren Sie in den HTML-Code einer beliebigen Webseite.
Noch was: Anmerkungen
Gehen Sie auf das kleine Dreieck, das neben “Video hochladen” steht, können Sie dort “Video-Manager” auswählen.

Nicht leicht zu finden: der Video-Manager ist über das kleine Dreieck neben “Video hochladen” erreichbar.
Hier erscheinen alle Ihre eigenen Videos – inklusive der Videos, die Sie mit dem Einführungs-Tool von Youtube erstellt haben. Klicken Sie auf das Dreieck neben “Bearbeiten” bei einem Video, können Sie unter “Anmerkungen” Notizfelder direkt in Ihre Videos einbauen. Zur Verfügung stehen:
- Titel
- Notizen
- Sprechblasen
- Spotlights – Markierungen, die bei Rollover Text darunter anzeigen
- Label – wie Spotlights, nur erscheint der Text in der Markierung

Das Anmerkungs-Tool von Youtube.
Anmerkungen können Sie auch mit anderen Videos oder Playlists verknüpfen, so dass ein Klick des Zuschauers sie dorthin bringt. Damit können Sie sogar komplexe interaktive Geschichten erzählen.
Auf Mobilgeräten, Settop-Boxen etc. werden die Anmerkungen übrigens nicht angezeigt. Achten Sie also darauf, dass die Videos auch ohne Anmerkungen verständlich bleiben.
Bei mir ließen sich übrigens im Browser Safari auf dem Mac keine Anmerkungen anlegen, unter Firefox ging es aber problemlos.
Vor- und Nachteile von ein-Seiten-Sites
Im Usabilityblog habe ich gerade einen Gastbeitrag veröffentlicht zum Thema ein-Seiten-Sites (also Websites, die aus nur einer einzigen HTML-Seite bestehen). Dazu gibt es einige sehr schöne Beispiele – und wenn Sie selbst eine solche Site planen, finden Sie ein paar Tipps, worauf Sie achten sollten: Ein-Seiten-Sites – Kann eine Website mit nur einer HTMTL-Seite funktionieren?


Jens Jacobsen (benutzerfreund) bei Google+