Interaktive Zeitleisten selbst erstellen
Im Usabilityblog habe ich vor kurzem ein paar schöne Beispiele für Zeitleisten gezeigt: Timelines – wie lassen sich chronologische Daten im Web sinnvoll darstellen?
Hier noch ein paar Tipps, für alle, die selbst eine Chronologie als interaktiven Zeitstrahl umsetzen wollen:
Flash kommt kaum noch zum Einsatz. Hauptgrund dürfte sein, dass Flash-Inhalte auf vielen Mobilgeräten nicht oder nicht ordentlich angezeigt/abgespielt werden.
Außerdem gibt es einige neue Tools, welche die Verwaltung der Inhalte sauber von der Programmierung trennen. So kann man auch als nicht-Programmierer schnell Zeitleisten erstellen bzw. die Inhalte ändern.
Kommerzielle Web-Dienste
Dipity
Die Geschichte des Rads (History of the Wheel) zum Beispiel ist mit Dipity realisiert. Bei diesem Webdienst kann man Timelines anlegen und sie dann auf der eigenen Website einbetten, ähnlich einem Youtube-Video. Drei Timelines sind kostenlos, jeweils beschränkt auf 150 Einträge. Wer mehr will, muss einen Monatsbeitrag zahlen (beginnend bei 5 Dollar).

Die Künstlerbiografie ist mit TimeGlider umgesetzt. Sieht gut aus, funktioniert aber nicht so gut.
Die Anpassungsmöglichkeiten für das Design sind aber sehr eingeschränkt – und auf wie vielen Websites der Look passt, sei dahingestellt.
Timeglider
Die im Beitrag beschriebene Biografie des chinesischen Künstlers Ai Weiwei der New York Times sieht wie erwähnt ganz gut aus, lässt sich aber nicht besonders gut bedienen. Wer es dennoch versuchen will:
Umgesetzt ist diese Zeitleiste mit Timeglider. Dieser Dienst funktioniert ganz ähnlich wie Dipity und hat ähnliche Konditionen.
Bibliotheken & PlugIns
Wer Codebibliotheken oder PlugIns einsetzt, der braucht zumindest für die Einrichtung meist jemanden, der Grundkenntnisse in HTML, JavaScript und evtl. PHP hat. Dafür hat man dann aber wesentlich mehr Kontrolle über das Aussehen und die Funktionen.
jQuery Timeline Slider
Recht gut gefällt mir jQuery Timeline Slider.
Den Code kann man unter dem Link oben für 10$ kaufen und für eine Site einsetzen. Eine Beispielsite, die ihn verwendet, ist das Community Nurse Health Center.

Geschichte eines Krankenhauses mit jQuery.
History Timeline WordPress Plugin
Super simpel in der Umsetzung ist History Timeline WordPress Plugin. Es erstellt nur eine Liste mit Jahreszahl und den Titeln der Posts, die als Ereignisse des Zeitstrahls dienen. Man kann angeben, aus welchen Blog-Kategorien die Posts dargestellt werden.
Content Timeline
Mit am besten gefällt mir Content Timeline. Das ist ein WordPress PlugIn (13$), man kann aber auch den Code einzeln kaufen (6$) und auf anderen Sites einsetzen: Content Timeline – jQuery/HTML5/CSS3 plugin.

ColorWalking – Zeitleiste als ungewöhnliche Präsentation von Fotos
jQuery Timelinr
Noch erwähnt sei das kostenlose PlugIn jQuery Timelinr, das mir aber von der Interaktion her nicht gefällt: man sieht immer nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Timeline und kann da nur weiterklicken.
VéritéCo Timeline
Diese Timeline schließlich ist sowohl ein open-source WordPress PlugIn wie auch ein Webdienst. Schön ist, dass man die Timeline-Daten unter anderem als Google Documents einbinden kann. Das heißt, wer die Inhalte pflegt, kann ganz bequem in einem Spreadsheet arbeiten.
Eingesetzt wird dieses Tool zum Beispiel von der Timeline Color Walking.
Es lassen sich nicht nur Fotos, sondern auch Zitate, Karten, Youtube-Videos oder Wikipedia-Einträge als Elemente der Zeitleiste einsetzen. Sogar ganze (verlinkte) Websites oder Tweets sind möglich.
Spambekämpfung rechtswidrig – wenn Sie Akismet nutzen
Das Datenschutzrecht schreibt vor, dass Kundendaten nur auf Servern gespeichert werden, die in Ländern stehen, welche die europäischen Datenschutzrichtlinien einhalten. Das ist an sich gut, nur leider bereitet es Websitebetreibern immer wieder Probleme.
Diesmal sind WordPress-Nutzer betroffen. Ein Plug-In, was fast jeder nutzt, ist Akismet. Es untersucht jeden einzelnen Kommentar und nimmt dem Website-Betreiber die nervtötende Arbeit ständig unsinnige (meist englischsprachige) Spam-Kommentare zu löschen.
Das Problem: um das zu tun, schickt Akismet jeden Kommentar erstmal auf seinen Server. Und der, Sie ahnen es schon, steht in den USA. Wollen Sie auf der richtigen Seite sein, haben Sie mehrere Möglichkeiten:
- Deaktivieren Sie Akismet (bis es dem Safe-Harbor-Abkommen beigetreten ist, es sich also verpflichtet, die EU-Standards einzuhalten – was geplant ist).
- Nutzen Sie ein anderes PlugIn.
- Verwenden Sie eine Datenschutzerklärung.
Mehr zur Datenschutzerklärung steht auf der deutschen WordPress-Seite: Hinweise zum Datenschutz beim Einsatz von Akismet in Deutschland
Was passiert, wenn ich nichts mache?
Bei WordPress Deutschland heißt es:
Es bleibt jedem überlassen, sich an die Hinweise hier zu halten. In den meisten Fällen wird nichts passieren. Kommt es jedoch zu einer Abmahnung oder gerichtlichem Vorgehen, können Kosten von mehreren hundert Euro entstehen.
HTML-Editor Freeway im Test

Die Oberfläche von Freeway 5.5.
Aber anders als bei vielen anderen Editoren, die einen solchen Ansatz verfolgen, scheint der Code, den Freeway erzeugt, in Ordnung. Es produziert HTML/CSS, das auf den ersten Blick für mich sauber aussieht.
Das Programm kann man 30 Tage testen, danach kostet es derzeit 230 Dollar, zu kaufen ist es über die Website des Herstellers.
Wie man seine Geschäftsgrundlage verspielt
Eine Facebook-Seite gehört für die meisten größeren Firmen heute dazu (siehe etwa diese BVDW-Befragung oder jene der Bitkom). Das ist auch gut und sinnvoll, aber bei aller Euphorie sollte man immer daran denken, dass man sein Schicksal in die Hände eines anderen Unternehmens legt. Geht Facebook morgen pleite oder beschließt es, horrende Gebühren für alle kommerziellen Seiten zu verlangen, können Sie wenig tun.
Solche Szenarien sind keine abstrakte Gefahr, sondern sie passieren in der Branche häufig. Kennen Sie noch mySpace? Oder StudiVZ?

Die Suche nach Sozialen Netzwerken bei Google im Zeitverlauf. 100 steht für das höchste Suchvolumen. Die Grafik zeigt nicht direkt die tatsächliche Nutzung, sondern nur das generelle Interesse.
Die Gunst der Nutzer wechselt schnell. Natürlich dauert es länger, wenn ein Unternehmen einmal eine so gewaltige Verbreitung erreicht hat wie sie Facebook hat. Aber es muss nicht auf Jahre hinweg so bleiben. Und wenn der Wind dreht, sollten Sie vorbereitet sein.
An welcher Stelle des Hype Cycle ist Facebook?

Der “Gartner Hype Zyklus” nach dem das Interesse an den meisten technologischen Innovationen verläuft.
Die unternehmerische Vernunft gebietet, so weit wie möglich unabhängig von Facebook zu bleiben. Denn auch in anderen Fällen will man nicht auf die Kooperation anderer angewiesen sein, wie das Beispiel The Cool Hunter zeigt: Die Seite mit 800.000 Fans hat Facebook kurzerhand abgeschaltet. Der Grund: vermeintliche Urheberrechts-Verletzungen. (siehe Facebook shutters The Cool Hunter for copyright issues )
Fazit: Geben Sie generell immer Ihre eigene URL als Linkziel an. Nur so behalten Sie die Kontrolle über Ihre Besucherströme. Einzige Ausnahme sind Maßnahmen, mit denen Sie speziell Facebook-Fans gewinnen wollen oder einzelne Sonderaktionen wie Preisausschreiben.
Noch mehr Tipps finden Sie in diesem lesenswerten Artikel: The Most Dangerous Threat to Your Online Marketing Efforts
Welche Ihrer Seiten sind gut, welche schlecht? – Analyse mit Piwik
Die open-source-Analytics-Software Piwik hat ein Update bekommen, mit dem man noch besser verfolgen kann, welche Seiten des eigenen Webauftritts gut sind, und welche nicht. Die so genannten Transistions verdeutlichen visuell, von welchen Seiten die Besucher einer einzelnen HTML-Seite kamen. Außerdem sieht man, wohin sie nach dem Besuch der Seite gingen. Damit kann man noch besser untersuchen, ob die eigenen Seiten ihren Zweck erfüllen.

Die Transitions zeigen, woher Besucher einer HTML-Seite kamen und wohin sie danach gingen.
Kostenloser Hack-Alarm für Websites
Auch wer sich an alle Empfehlungen zu sicheren Passwörtern hält und die Software auf seinem Server immer brav aktualisiert, auch dem kann es passieren, dass die Website gehackt wird. Peinliche Meldungen, welche die Hacker hier platzieren sind noch der geringste Schaden. Oft wird die eigene Internetpräsenz zur Virenschleuder.
Damit man das möglichst schnell bemerkt, ist eine laufende Überprüfung sinnvoll. Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco bietet einen solchen Dienst nun kostenlos an.
Sie müssen dazu lediglich die URL Ihrer Site angeben und und eine Mail bestätigen, die an info@IhreSite.de, webmaster@IhreSite, abuse@IhreSite.de oder initiative-s@IhreSite.de geschickt wird.
Mehr Infos: Startschuss für Webseiten-Check Initiative S
Anmeldung: Initiative-S


Jens Jacobsen (benutzerfreund) bei Google+