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Cover Buch Website-Konzeption

Website-Konzeption: Erfolgreiche Websites planen, umsetzen und betreiben

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Newsletter 01/2012 – Die Elemente der User Experience

Wer zum ersten Mal eine kleine Website erstellt, der startet nicht selten damit, die einzelnen Seiten anzulegen. Manchmal entsteht vorher sogar ein schriftliches Konzept, was immer zu besseren Ergebnissen führt. Doch wer eine größere Site plant, oder wer mit seiner Site Geld verdienen will, der tut gut daran, von Anfang an die User Experience zu berücksichtigen.

Ich weiß, dass einige den Begriff „User Experience“ (kurz & praktisch auch „UX“) nicht mögen – ein Leser kommentierte vor einiger Zeit hier im Blog, das sei eine „verschwurbelte Worthülse, hinter der sich Manager und Werbung verstecken können“. Dennoch habe ich persönlich zumindest mich mit dem Begriff angefreundet. Denn er umfasst mehr als nur die Usability und beschreibt das ganz gut, was man auf einer guten Website bieten sollte.

Grundlagen – von der Usability zur User Experience

Den Weg der Konzeption von Usability zu User Experience habe ich schon vor einiger Zeit in einem Newsletter nachgezeichnet (Newsletter 06/2010 – Das Gesamterlebnis des Benutzers zählt).

Zum tiefer einsteigen: „Die Elemente der User Experience“

Nun liegt ein Standardwerk zum Thema auf Deutsch vor:

Die Elemente der User Experience. Anwenderzentriertes (Web-)Design.

Der US-Amerikaner Jesse James Garrett hat mit diesem Titel schon vor einigen Jahren ein Buch geschrieben, das Maßstäbe gesetzt hat. Es ist hervorragend strukturiert, und trotzdem angenehm zu lesen und vor allem: nicht zu lang.

Bevor ich weiter schwärme, wollte ich anmerken, dass ich nicht ganz neutral bin: Ich habe die Übersetzungen für die deutsche Auflage durchgesehen und mit der Lektorin zusammen versucht, die Begriffe möglichst gut an die in der deutschen Konzepter-Szene üblichen anzupassen. Das war bei manchen Begriffen ganz schön schwierig, und über einige kann man sicher diskutieren (das haben wir auch ausführlich getan).

Garrett füllt den Begriff User Experience mit Leben und gibt uns Konzeptern ein praktisch anwendbares Modell an die Hand. Er teilt die UX ein in fünf Ebenen („planes“):

  1. Die Strategieebene (strategy)
  2. Die Umfangsebene (scope)
  3. Die Strukturebene (structure)
  4. Die Rasterebene (skeleton)
  5. Die Oberflächenebene (surface)

Diese stellt er nacheinander vor und erklärt, wie diese Einteilung hilft, besser(e) Konzepte zu erstellen. Damit stellt man sicher, dass eine Site in allen relevanten Bereichen den Besuchern das bestmögliche Erlebnis bietet.

Bei den einzelnen Ebenen geht es grob um Folgendes:

Die Strategieebene (strategy)

Hier definieren Sie, welche Ziele Sie, und welche die Benutzer haben. Auch wer welche Rolle im Team spielt wird hier festgelegt.

Die Umfangsebene (scope)

Dabei geht es darum, was man erstellen will – und vor allem darum, was man nicht erstellen will. Gerade Letzteres ist nach meiner Erfahrung ganz wichtig – nur wenn man das frühzeitig klärt, schafft man es, rechtzeitig fertig zu werden und die Funktionen umgesetzt zu bekommen, die wirklich wichtig sind.

Die Strukturebene (structure)

Auf dieser Ebene geht es darum, wie die Funktionen strukturiert werden. Also ums Interaktionsdesign und um die Informations-Architektur.

Die Rasterebene (skeleton)

Hier befinden wir uns auf der Ebene der einzelnen Seiten und legen fest, in welchem Gestaltungsraster die Elemente angeordnete werden. Interface-, Navigations- und Informations-Design haben hier also ihren Platz.

Die Oberflächenebene (surface)

Schließlich geht es auf der fünften Ebene um die Gestaltung der Seiten und ihrer Elemente.

Fazit

Das Buch bietet keinen neuen Ansatz – und das will es auch nicht. Es bereitet aber die wichtigsten Ansätze der Konzeption von Websites so auf, dass man ein praktisches, und doch gut strukturiertes Arbeitsmittel an die Hand bekommt.

Ein umfangreiches Fachbuch kauft man sich vielleicht, hat es dann aber mit schlechtem Gewissen ein paar Wochen auf dem Schreibtisch liegen, bis man es still und heimlich ins Regal stellt.

Das Buch von Garrett dagegen kann man an einem Abend, auf einer längeren Zugfahrt oder auf einem Flug durchlesen. Sein Modell ist einfach und einleuchtend, die klaren Illustrationen helfen dem Verständnis. Auch Menschen, die keine Erfahrung mit interaktiven Projekten haben, können es problemlos verstehen. Insofern eignet sich es auch als Empfehlung für Kunden, mit denen man zum Beispiel eine Website umsetzt.

Die zweite Auflage, auf der die deutsche Übersetzung beruht, hat Garrett so erweitert, dass sein Modell explizit nicht nur für Websites, sondern auch für mobile Anwendungen, Apps und praktisch alle anderen interaktiven Projekte angewandt werden kann.

Cover des Buchs Die Elemente der User Experience» Das Buch bei Amazon

Newsletter 12/2011 – Die zehn Gründe, warum Top 10-Listen so beliebt sind

Mir erscheinen Top 10-Listen eigentlich etwas albern. Aber ich lese sie trotzdem praktisch immer. „Die 10 besten Tipps für erfolgreiche Websites“ – muss ich lesen. „Die 10 gröbsten Fehler der Suchmaschinenoptimierung“ – oh, dringend ansehen. „Die 10 wichtigsten HTML5-Neuerungen“ – bin ich sofort dabei.

Es ist vielleicht ein bisschen so wie Klatsch und Tratsch: Eigentlich finden es die meisten peinlich, aber es scheint trotzdem ein menschliches Grundbedürfnis zu sein. Besonders zum Jahreswechsel sind diese Listen besonders beliebt.

Warum finden wir Top Ten-Listen so unwiderstehlich? Das Blog des Pointer-Instituts erklärt es:

1. Sie machen uns schlauer

Eine Liste fasst ein wichtiges Thema kurz und prägnant zusammen. Sie vermittelt uns zumindest so viel Information, dass wir wissen, worum es geht oder Small Talk damit machen können.
„Die 10 Top-Websites fürs Web-Marketing“ – muss ich gleich lesen.

2. Sie sind leicht zu merken

Erstens sind Informationen leichter zu merken, wenn sie in leicht verdauliche Häppchen aufgeteilt sind.

Und zweitens haben Psychologen gezeigt, dass durchnummerierte Fakten noch leichter zu merken sind als unnummerierte.

3. Sie machen Vergangenes & Zukünftiges handhabbar

Gegen Ende des Jahres sind Listen besonders beliebt. Sie fassen die wichtigsten Sachen zusammen, die in den letzten 12 Monaten passiert sind. Oder sie zeigen, wo die Entwicklung hin geht.

„Die 10 Top-Trends im Social Media Marketing 2012“ – gleich anschauen!

4. Sie erklären unsere Erfahrungen oder setzen sie in den Kontext

Listen helfen uns, Entscheidungen zu treffen. Und sie belegen vor allem, dass wir uns richtig entschieden und nichts vergessen haben.

Wenn Sie gerade Ihre Website überarbeitet haben, dann können Sie kaum umhin eine Liste mit diesem Titel zu lesen: „Die 10 schlimmsten Fehler bei einem Relaunch“

5. Sie regen die Diskussion an

„Die zehn wichtigsten deutschen Macher im Internet“ – da hat jeder aus der Branche eine eigene Meinung, wer auf solche eine Liste gehört. Und da lässt sich trefflich drüber streiten.

6. Sie ermöglichen den Vergleich

Die einen lieben Top Ten-Listen, weil sie ihnen sagen, was wichtig ist. Die anderen lieben sie, weil sie widersprechen können. „Die 10 wichtigsten Tipps für erfolgreiche Websites“ – wollen wir doch mal sehen, ob der Autor alles richtig gemacht hat!

7. Sie ermöglichen, Meinungen zu formulieren

Eine Liste, vor allem wenn sie nummeriert ist, wirkt streng faktenorientiert – fast wissenschaftlich. Und trotzdem sind Listen extrem subjektiv. Sie bieten also die Möglichkeit, den Anschein von Objektivität zu vermitteln, ohne es zu sein.

8. Sie drücken unsere Kultur aus

Eine Top-Ten-Liste verrät viel über eine Kultur. Das gilt nicht nur für Gesellschaften, sondern zum Beispiel auch für Unternehmen. „Die 10 wichtigsten Regeln für gutes Design“ sagt sehr viel darüber aus, welche Werte in einem Unternehmen hochgehalten werden.

9. Sie sind praxisorientiert

Praktisch nutzbar sind natürlich nicht alle Listen – „Die 10 schönsten Websites des Jahres“ sind das kaum. Aber „Die 10 Geheimnisse zur Besuchersteigerung“ kann man schön Nummer für Nummer abhaken.

10. Sie motivieren

„Die 10 Dinge, die Sie bei Formularen auf Ihrer Site beachten sollten“ – eine solche Liste muss ich unbedingt abarbeiten. Neun der Dinge sind schon erfüllt, aber eines fehlt mir noch, das muss ich gleich umsetzen.

Das gilt besonders für Listen, die um den Jahreswechsel herum geschrieben werden. „Die 10 Dinge, die Sie bei Ihrer Content-Strategie beachten sollten“ ist etwas, was ich 2012 unbedingt berücksichtigen muss.

So, jetzt muss ich aufhören – ich muss „1000 Places to See Before You Die“ zu Ende lesen. Und eine Weltreise planen.

Links

Der Blogpost im Original:
The Top 10 reasons that Top 10 lists are so popular with journalists, readers

Newsletter 11/2011 – Content Strategie für erfolgreichere Websites

Der Ausspruch „Content is King“ ist zur Binsenweisheit geworden. Trotzdem ist der Content erstaunlicherweise das, was bei der Website-Entwicklung am wenigsten Aufmerksamkeit bekommt. Damit verschenken Sie als Site-Betreiber aber wertvolles Potenzial.

Dabei geht es nicht nur um Sites, die Nutzern Nachrichten oder Hintergrundinfos bieten. In einer aktuellen Studie von Jakob Nieslsen (link unten) war die Ursache von nicht erfolgreichen Verkaufsabschlüssen in Webshops in 55 Prozent der Fälle mangelhafter Content.

Wie die „Content Strategie“ helfen kann, solche Probleme zu lösen, und vor allem zu vermeiden, habe ich in einem gerade erschienenen Fachartikel im Magazin Website Boosting beschrieben – hier ein Auszug daraus:

Was ist Content Strategie?

Logo Content Strategy Forum

Logo des Content Strategy Forum

Der Begriff „Content Strategy“ tauchte um 2000 auf, seit 2004 wird mehr darüber gesprochen, aber erst in den letzten ein, zwei Jahren ist es ein Thema mit einer gewissen Breitenwirkung in der Webentwickler-Szene.

2010 fand die erste größere Konferenz nur zu diesem Thema statt (Content Strategy Forum in Paris). Die Nachfolgekonferenz 2011 war in London.

Dort trafen sich dazu nur 200 Content Strategen – aus 20 Ländern. Das zeigt, dass das Thema noch nicht so richtig groß ist, aber die Teilnehmer waren hochkarätig. (Links zu weiteren Infos am Ende dieses Texts.)

Content Marketing

Warum erstellt man überhaupt Inhalte? Wenn man nicht Künstler ist, dann fürs Content Marketing. Das heißt, Sie wollen mit den Inhalten ein Ziel erreichen – Sie wollen sich bekannt machen, Ihr Image stärken, für eine Idee werben oder etwas verkaufen. Ziele erreicht man mit Glück, oder man hat eine Strategie.

Diagramm Content-Strategie

Die Content-Strategie hat Überschneidungen mit vielen anderen Disziplinen der Web-Entwicklung.

Der meiste Inhalt im Web wird einfach aber nur deshalb veröffentlicht, weil ihn jemand erstellt. Dieser jemand erstellt ihn, weil das Thema ihn gerade beschäftigt, weil es sein Chef interessant findet oder weil es andere gerade behandelt haben. Viel zu wenig Inhalt wird erstellt, weil sich jemand Gedanken darüber gemacht hat, dass die Nutzer seiner Site gerade jetzt gerade diese Inhalte brauchen.

Dabei ist Content-Strategie wie Projektmanagement: Man kann es nicht nicht machen, man kann es nur schlecht machen.

Heute ist Content-Strategie noch so unbekannt wie Informations-Architektur oder Usability Ende der 1990er Jahre. Sehr häufig ist bei Webprojekten immer noch die Einstellung: „Den Content liefert der Kunde am Ende des Projekts und wir bauen ihn dann ein.“

Was ist Content?

Content sind alle Inhalte einer Site, zum Beispiel

  • Text (Blogposts, Website-Artikel)
  • strukturierte Information (Tabellen, Produktdatenblätter)
  • Fotos
  • Grafiken
  • Video
  • Interaktive Anwendungen, Spiele

Die Schein-Lösung: CMS

Dass der entscheidende Teil jeder Website der Content ist, das war seit den ersten Websites in den 1990ern klar. Trotzdem wurde der Content jahrelang vernachlässigt, ja sogar als Problem behandelt. Mit größer und größer werdenden Sites wurde der Umgang mit den Inhalten immer komplexer. Die scheinbare Lösung für das Problem waren Content-Management-Systeme (CMS).

CMS haben eine überwältigende Zahl von Features. Der Haken ist: die meisten von ihnen braucht man nicht. Und selten wird zuerst die Content Strategie erstellt und dann das CMS ausgesucht. Vielmehr muss man meist versuchen, die Strategie mit dem vorhandenen CMS umzusetzen. CMS nehmen zwar einen Teil der Verwaltungsarbeit ab. Aber trotzdem können sie nicht entscheiden, welche Inhalte wann für welche Nutzer relevant sind. Und auch, wann die Inhalte aktualisiert werden oder archiviert werden müssen, wissen sie nicht. Manche CMS bieten dafür Automatismen – aber sie sind eben genau das: automatisch. Man kommt nicht umhin, regelmäßig Menschen auf die Inhalte schauen zu lassen.

Wozu brauche ich eine Content-Strategie?

Content-Strategie ist die Planung der Produktion, der Publikation und der Pflege von Inhalten, die für die Nutzer relevant sind.

Relevant heißt, dass der Inhalt zum aktuellen Zeitpunkt hilft, das Ziel des Nutzers zu erreichen. Das heißt auch, dass etwas in einem Moment hoch relevant sein kann, im nächsten nur noch störend.

Wir müssen den Nutzern also liefern:

  • Was sie brauchen,
  • in dem Moment, in dem sie es brauchen,
  • in der Form, in der sie es brauchen können (technisch – also z. B. nutzen sie einen PC, ein Tablet oder ein Mobilgerät – wie von der Aufbereitung her – haben sie das notwenige Hintergrundwissen, um die Inhalte zu verstehen).

Der Content muss immer helfen, die Ziele der Website-Betreiber zu erreichen. Damit das möglich ist, muss man sich Gedanken darüber machen, was der jeweilige Content bewirken soll. Dabei sollte man möglichst konkret sein. „Verkaufen“ ist zum Beispiel kein besonders konkretes Ziel. Am besten definieren Sie in diesem Fall, welches Produkt Sie verkaufen wollen, und wie Sie das mithilfe dieses Contents erreichen wollen – etwa, indem sie die Produktvorteile für einen Anwender zeigen, der das Produkt erstmals verwendet.

Gute Inhalte sind aus Nutzersicht:

  • relevant
  • auffindbar
  • verständlich/benutzbar
  • anwendbar
  • teilbar (z. B. über Soziale Netze)

Gute Inhalte sind außerdem aus Sicht der Website-Betreiber:

  • möglichst effizient produziert worden
  • durch Metadaten klassifiziert
  • für Suchmaschinen zugänglich
  • langlebig und wiederverwertbar

Eine Frage, die man klären muss, ist, welches Medium das Richtige ist, um den Content so zum Nutzer zu bringen, dass er für ihn die höchste Relevanz hat. Wobei natürlich Kosten und Zeit auch eine Rolle spielen. Selbst wenn Sie wissen, dass ein Video eigentlich optimal wäre, erlauben es Zeit- und Kostengründe oft nicht, ein solches zu produzieren. Denken Sie aber trotzdem über das richtige Medium nach, bevor Sie einfach das produzieren, was Sie immer produzieren – meist ist das Text. Vielleicht ist aber eine Tabelle kürzer und leichter zu erfassen? Oder Sie erstellen eine einfache Grafik?

Als Nächstes legen Sie den Kanal fest: Blog, Website, Twitter, Facebook, Delicious, Google+, Youtube, Slideshare, Scribd …

So erarbeiten Sie Ihre Content-Strategie

Eine Content-Strategie sollte idealerweise entworfen werden, bevor der erste Wireframe (Seitenskizze) erstellt wird, unbedingt aber bevor HTML-Code geschrieben oder ein CMS aufgesetzt wird. Denn der Content ist das, wofür Sie eine Website anlegen. Insofern müssen Sie sich damit auch als Erstes beschäftigen.

Content Strategie heißt auch, dass Sie nicht mit Lorem-ipsum-Platzhaltertext arbeiten. Platzhaltertext kann man im Einzelfall verwenden, wenn man aktuell Diskussionen über den Content vermeiden will. Aber dennoch ist es sinnvoll, dass auch die Gestalter von Anfang an wissen, welche Inhalte geplant sind. Denn nur dann können sie ihr Design so anpassen, dass die Inhalte optimal wiedergegeben werden.

Für Ihre eigene Content-Strategie gehen Sie so vor:

  1. Ziele, Zielgruppen festlegen (sollte eigentlich schon Teil des Website-Konzepts sein)
  2. Content-Inventar erstellen; Content-Lücken erkennen
  3. Migrations-Plan erstellen
  4. Kernbotschaften definieren
  5. Themen festschreiben (was interessiert die Zielgruppe?)
  6. Metadaten-Strukur aufstellen
  7. Styleguide, Vorlagen erstellen
  8. Editorial Workflow festlegen
  9. Verantwortlichkeiten bestimmen (wer erstellt, nimmt ab, pflegt den Content?)
  10. Veröffentlichungs-Kalender schreiben
  11. Vorgehen für Qualitätskontrolle, Umgang mit Nutzerfeedback definieren
  12. Analyse der Zugriffe und der Bewegungspfade auf der Site planen

Content-Styleguides gibt es schon bei einigen Projekten. Diese beschreiben aber nur, wie der Content aufbereitet werden soll. Für eine gute Content-Strategie sollten Sie noch einen Schritt früher ansetzen: Legen Sie fest, welcher Content überhaupt auf die Website soll. Wer immer den Content einstellen will, sollte zuvor folgende Fragen beantworten:

  • Wer soll den Content nutzen?
  • Was bringt dieser dem Nutzer? Beantwortet er Fragen, die er hat? Braucht er ihn wirklich?
  • Was ist die beste Form, diese Inhalte zu präsentieren? Ist es wirklich eine Seite Text?
  • Wie sorgen wir dafür, dass dieser Content aktuell bleibt?

Lernen Sie, wie ein Medien-Mogul zu denken und bringen Sie Ihren Auftraggeber dazu, das Gleiche zu tun. Wer eine Website betreibt, ist Herausgeber. Und ein erfolgreicher Herausgeber denkt vor allem daran, was seine Leser wollen.

Links

www.useit.com/alertbox/ecommerce.html
Jakob Nielsens Studie über E-Commerce („Bad Content Kill Sales“)

http://2011.csforum.eu
Die Konferenz Content Strategy Forum 2011

http://csforum2012.com
Die nächste Konferenz 2012 in Kapstadt

www.currybet.net/cbet_blog/2011/09/csforum11-1.php
Zusammenfassungen der Vorträge bei Martin Belam (von der Britischen Tageszeitung The Guardian). (Am Ende des Blogeintrags steht ein Kasten mit Links zu den anderen Berichten, am Anfang einer mit einem Link zu einem PDF mit allen Berichten zusammen.)

http://pr-blogger.de/2011/09/07/viel-prominenz-wegweisende-themen-gute-impulse-–-das-content-strategy-forum-2011-in-london
Eine Kurzzusammenfassung auf Deutsch bei PR-Blogger

www.alistapart.com/articles/a-checklist-for-content-work
Auszug aus dem lesenswerten Buch „The Elements of Content Strategy“ von Erin Kissane

http://lucidplot.com/2009/09/09/diy-content-strategy
Content Strategy for the Web Professional – gute Praxis-Tipps für alle, die selbst die Rolle des Content-Strategen ausfüllen wollen oder müssen

www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/0321620062
Das Buch „Content Strategy for the Web“ von Kristina Halvorson ist leicht zu lesen und empfiehlt sich für alle, die für den Inhalt einer größeren Website verantwortlich sind.

Newsletter 10/2011 – die Zukunft von Flash

Flash bekommt in letzter Zeit ordentlich Gegenwind. Spätestens seit dem Erfolg von iPhone und iPad (die Flash ausdrücklich nicht unterstützen) hat sich herumgesprochen, dass das Format für Animationen und komplexe Anwendungen im Web ein Problem hat. Auf anderen Plattformen wie dem PlayBook von RIM (dem Blackberry-Hersteller) und auf Android laufen Flash-Anwendungen – doch leider oft nicht zufriedenstellend, weil die mobilen Prozessoren mit den gewaltigen Hardware-Anforderungen nicht zurechtkommen.

Und auch die Technik von Adobe, Air-Anwendungen in iOS-Anwendungen umzuwandeln, macht Probleme. Selbst für einfache 2D-Animationen sind die Anforderungen an die Hardware enorm, wie der Technik-Blogger John Gruber von Daring Fireball am Beispiel des Spiels Machinarium feststellt.

Microsoft schickt Flash nach draußen

Auch Microsoft macht Adobe Ärger: Windows 8 führt mit dem Internet Explorer 10 eine Version namens „Metro“ ein, die ganz ohne PlugIns auskommt und HTML5 nutzt.

Zwar kann der Nutzer zu einer herkömmlichen Variante des Browsers wechseln, unter der auch Flash läuft, voreingestellt soll aber Metro sein. Auch die Aussagen von Microsoft lassen darauf schließen, dass die Flash-Unterstützung als Auslaufmodell gesehen wird. Statt dessen will man JavaScript, HTML5, CSS3 und andere Webstandards voranbringen. Windows 8 wird voraussichtlich Mitte bis Ende 2012 auf den Markt kommen.

Nutzen von Flash

Gegen Flash ist generell nichts einzuwenden. Das Plug-In wird mit den meisten Browsern automatisch installiert, und daher können der Großteil der Web-Benutzer Flash-Inhalte anzeigen. Dennoch gibt es einige, die das nicht können. Zum Beispiel solche in größeren Firmen mit strikten Vorschriften zu erlaubter Software. Und auch mobile Geräte wie Smartphones und Tablets haben meist Probleme mit Flash. Der Anteil der Besucher, die Flash nicht nutzen können, schwankt je nach Zielgruppe stark, liegt aber meist zwischen 10 und 20 Prozent.

Und doch kommt Flash oft auf Webseiten zum Einsatz, obwohl man es eigentlich gar nicht braucht. Für animierte Banner, für einfachste Animationen oder sogar nur für die Anzeige von exotischen Schriftarten.

Auch die Stabilität, die Sicherheit und die Geschwindigkeit von Flash wird vor allem unter Mac OS und auf mobilen Geräten kritisiert. Das Flash-Plug-In ist hier für manchen Absturz und für manchen unnötig schnell leergelaufenen Akku verantwortlich.

Solitaire, wunderschön gestaltet mit HTML5 (http://pasjans-online.pl/)

Solitaire, wunderschön gestaltet mit HTML5 (http://pasjans-online.pl/)

Trotzdem: Mit Flash lassen sich schöne aufwendige Animationen oder interaktive Anwendungen erstellen. Und gerade bei der Entwicklung von Spielen kann es punkten. Diese lassen sich derzeit noch mit Flash meist deutlich schneller erstellen als mit HTML5.

Damit Flash- und HTML5-Anwendungen durchsuchbar sind, man auf deren Inhalte Lesezeichen setzen kann und der Ausdruck vernünftig klappt, muss man das als Entwickler extra berücksichtigen. Auch der Zurück-Button funktioniert nicht immer so, wie erwartet.

Für HTML5 wie für Flash-Anwendungen gilt gleichermaßen: Sehen Sie solche nicht nur vor, weil sie Ihnen gefallen, oder Sie von den technischen Möglichkeiten begeistert sind. Es muss immer ein echter Mehrwert für Ihre Benutzer dabei sein.

Flash Video

Der häufigste Einsatzzweck für Flash ist derzeit Flash-Video. Youtube und andere Videoplattformen bieten Videos im .flv-Format an – wobei Youtube inzwischen parallel auch HTML5 nutzt. Dazu gibt es ein eigenes HTML-Element, video. Wie Sie selbst Video technisch am besten auf Ihren Seiten einbinden, das ändert sich leider ständig.
Am besten informieren Sie sich aktuell, z.B. unter www.content-crew.de/blog/tag/codec. Oder Sie nehmen den einfachen Weg und laden Ihre Videos zu Youtube hoch und binden diese dann auf Ihren Seiten ein.

Hier bei benutzerfreun.de nutze ich übrigens das WordPress-Plugin Universal Video. Für dieses muss man Videos im Theora-Format und als MPEG4 erstellen. Diese werden dann als HTML5 eingebunden. Bei Browsern, die das nicht unterstützen, wird Flash zur Wiedergabe des MPEG4 verwendet. Man braucht also das Programm Flash nicht, um Videos für die Wiedergabe in Flash zu erstellen.

Alternativen zu Flash

Für Animationen kann man statt Flash in vielen Fällen HTML5, Javascript und CSS3 einsetzen (im Folgenden kurz als HTML5 bezeichnet). Mit HTML5 können wir Websites bauen, die schön gestaltet sind, Interaktivität bieten und dabei aus gut strukturiertem HTML bestehen. Das erleichtert das Erstellen, die Wartung und die korrekte Anzeige auch auf zukünftigen Browsern und Geräten.
Die alternativen Technologien Silverlight (Microsoft) und Java konnten sich für interaktive Inhalte und Animationen dagegen nicht durchsetzen.

 

Flash

HTML5

Verfügbar auf

Windows, Mac, Linux; Android

Windows, Mac, Linux; Android, iOS (iPhone/iPad), Blackberry

Voraussetzungen Wiedergabe

Flash-Plug-In

Moderner Browser (min. IE 9, Firefox 3, Safari 4, Chrome 9)

Standard

Proprietär (Adobe)

Offen (W3C)

Anforderungen an die Hardware

Hoch

Mittel

Indizierung von Inhalten durch Suchmaschinen

Nur über Umwege

Ja

Text kopierbar

Nur, wenn eigens aktiviert

Ja

Funktionsumfang

Groß

Mittel

Komfortable Entwicklungsumgebung

Ja

Nein

Entwicklungszeit

Kurz

Mittel bis lang

Tabelle: Vor- und Nachteile von Flash und HTML5, stark vereinfacht.

 

Ein Beispiel für eine interaktive Anwendung mit HTML5.

Ein Beispiel für eine interaktive Anwendung mit HTML5. Eine schicke Visualisierung von Twitter-Nachrichten (http://canvas.9elements.com/).

Welches die Technik sein wird, die in Zukunft eingesetzt wird, ist Einschätzungssache. Ich glaube, dass Flash als PlugIn-Format mittelfristig verschwinden wird. Das Programm wird es aber vielleicht weiter geben – etwa, um HTML5-Inhalte zu erstellen. Das wäre nicht das Schlechteste, denn damit ließen sich die Vorteile der beiden Technologien verbinden. Erste Schritte in die Richtung gibt es schon. Wobei Adobe derzeit auf ein eigenes Programm zu setzen scheint.

Flash-Killer von Adobe?

Adobe arbeitet an einem Programm namens „Edge“ (so der vorläufige Codename). 2012 soll die endgültige Version des Programms erscheinen. In ihm kann man mit einer grafischen Benutzeroberfläche HTML5-Animationen erstellen, ganz ohne selbst Code schreiben zu müssen.

Das Programm Edge von Adobe

Das Programm Edge von Adobe

Das Programm setzt anders als Muse (siehe eigener Beitrag im Blog) nicht auf die Plattform Air und fühlt sich so nach einem echten Programm an.

Mir gefällt die Oberfläche nicht schlecht, sie wirkt aufgeräumt und man findet sich auch ohne Handbuchlektüre schnell zurecht. (Vorausgesetzt, man hat schon einmal irgendein Programm verwendet, das mit einer Timeline für die Animation arbeitet.)
Allerdings liegt die Übersichtlichkeit auch daran, dass Edge noch nicht allzu viele Funktionen bietet.

Die Arbeit geht leicht von der Hand, und in wenigen Minuten bewegen sich die ersten Elemente im Browser.
Schön: Edge speichert nicht in einem eigenen Format, sondern direkt HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien. Der exportierte Code ist sauber, allerdings packte Edge bei meinem Test den Fließtext mit in die JavaScript-Datei, statt in die HTML-Datei. Was zum Beispiel für die Sichtbarkeit in Suchmaschinen katastrophal ist. Aber vielleicht kann man das irgendwo ändern – ich habe nur eben schnell man ein bisschen herumgespielt mit dem Programm. Außerdem ist es ja noch in der Beta-Phase, es kann sich bis nächstes Jahr zur fertigen Version noch Einiges ändern.

Fazit zu Edge

Das Programm hat Potenzial, und ich empfehle jedem, der derzeit noch Flash nutzt, um einfache Animationen zu erstellen, es sich näher anzusehen. (Bis die endgültige Version erscheint ist es kostenlos, und man kann auch produktiv damit arbeiten.)
Allerdings wäre es für mich logischer gewesen, mit Flash einen ordentlichen HTML5-Export zu realisieren, anstatt hier mit einem neuen Programm ganz von vorn anzufangen. Das wäre sicher ein gewaltiges Projekt geworden und auch nicht ohne Risiken, insofern verstehe ich, warum Adobe das nicht gemacht hat. Schade finde ich es dennoch.

Links

http://now.periscopic.com/2011/05/our-research-into-flash-and-html5-which-one-is-right-for-your-project/
Interessanter Pro-Flash-Artikel (englisch) mit schönen Diagrammen aber nicht unstrittigen Daten. Bitte auch die Kommentare lesen!

http://daringfireball.net/linked/2011/09/12/brimelow
John Gruber über das Spiel Machinarium und die enormen Anforderungen von portierten Flash-/Air-Projekten unter iOS (englisch)

http://t3n.de/news/windows-8-internet-explorer-10-viel-html5-metro-browser-330683/
t3n zum geplanten Internet Explorer ohne Flash

http://labs.adobe.com
Bei den Adobe Labs kann man sich den HTML5-Animations-Editor Edge für Windows und Mac kostenlos herunterladen (bis die finale Version erscheint).

http://www.benutzerfreun.de/umsetzung/html5-animationen-mit-hype
Kurzbesprechung des schönen Programms Hype, mit dem man HTML5-Animationen ohne Programmierung erstellen kann.

Newsletter 09/2011 – Relaunch – überflüssig oder überfällig?

(Leider gab es beim Verschicken dieses Newsletters ein Problem, daher kommt er diesen Monat verspätet. Das Thema ist und bleibt aber aktuell – vermutlich noch für Jahre.
Am Ende des Newsletters übrigens ein Hinweis auf die Verlosung der neuen Ausgabe des Buchs „Website-Konzeption“!)

Sie haben an Ihrer Site seit über einem Jahr nichts Größeres geändert? Dann ist es höchste Zeit für einen Relaunch! So denken Viele – alles muss immer wieder von Grund auf erneuert werden. Aber der Hauptgrund dafür sind wir selbst, nicht die Besucher unserer Sites.

Die Startseite der benutzerfreun.de 2001, die allererste Version

Die Startseite der benutzerfreun.de 2001, die allererste Version

Wir sehen unsere Site fast jeden Tag, Woche für Woche, Monat für Monat. Irgendwann haben wir sie über. Denken, die Site sei alt. Aber sogar wenn eine Site noch so schlecht ist: praktisch alle regelmäßigen Benutzer stehen einer Überarbeitung kritisch gegenüber. Sie haben gelernt, wie man die Site bedient und wo sie finden, was sie brauchen. Davon, dass die neue Site besser ist, müssen Sie die Benutzer erst einmal überzeugen.

Die Startseite der benutzerfreun.de 2004

Die Startseite der benutzerfreun.de 2004

Behalten Sie daher alles bei, was in der Vergangenheit funktioniert hat. Ändern Sie Begriffe oder die Position von Navigationselementen nicht unbedacht. Die URLs von wichtigen Seiten sollten Sie beibehalten oder wenigstens Seiten unter der alten URL vorsehen, die zur neuen Seite mit diesem Inhalt verlinken. Alternativ richten Sie eine Weiterleitung ein (Redirect in der .htaccess-Datei). So stellen Sie sicher, dass auch solche Benutzer die Inhalte weiterhin finden, die diese Seite als Bookmark bzw. Favorit gesetzt haben oder die über Links auf fremden Sites kommen.

Vorbereitung eines Relaunch

Folgende Dinge sollten Sie tun, bevor Sie sich an die schöne Arbeit machen, die Site neu zu konzipieren und zu gestalten:

  • Gründe für den Relaunch klären
  • Besuchsstatistiken auswerten (Web-Analytics)
  • stark genutzte Inhalte & Funktionen herausfinden (Pralinen)
  • kaum genutzte Inhalte & Funktionen herausfinden (Zitronen)

Warum relaunchen?

Stellen Sie sich bzw. Ihrem Auftraggeber die Frage, warum die Site tatsächlich geändert werden soll. Will der Auftraggeber selbst einfach mal wieder eine neue Site ansehen, dann ist das auch in Ordnung, nur sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass die Benutzer die Überarbeitung wollen.

Sollen Inhalte oder Funktionen ergänzt werden, dann machen Sie von diesen Dingen eine vollständige Liste. Denken Sie dabei auch an zukünftige mögliche Erweiterungen, damit Sie nicht in wenigen Monaten wieder nachbessern müssen.

Pralinen & Zitronen finden

Praline und Zitronen

Finden Sie auf Ihrer Site die Pralinen, die alle wollen – und die Zitronen, die keiner mag.

Analysieren Sie die Zugriffszahlen Ihrer Site. Sehen Sie sich die Seiten an, die am meisten Zugriffe haben und überlegen Sie, ob es wirklich die Pralinen sind, die alle wollen, oder ob die Besucher hier nur vergeblich nach etwas gesucht haben.
Ebenso sollten Sie einen Blick auf die Seiten werfen, die keine oder kaum Zugriffe bekommen. Sind dies wirklich saure Zitronen, die keiner will? Oder sind diese Seiten nur so schlecht zu finden, dass sie niemand besucht?

Sorgen Sie schließlich dafür, dass die Pralinen optimal gefunden werden und erstellen Sie mehr Inhalte in dieser Art. Damit machen Sie Ihre Site attraktiver und sorgen dafür, dass Ihre Besucher dem Relaunch etwas abgewinnen können.

Testen Sie Ihre Site

Wenn Sie Ihre Site nicht nur ändern, sondern wirklich verbessern wollen, dann machen Sie einen Usability-Test. So sehen Sie, wie die Nutzer mit der Site tatsächlich umgehen und vor allem, wo sie zum Beispiel Probleme mit der Navigation haben.
Haben Sie nur wenig Zeit und/oder Budget, dann machen Sie lieber einen Usability-Test mit ein paar Bekannten, bevor Sie sich die Mühe machen, eine Umfrage unter Ihren Besuchern durchzuführen. Umfragen bringen einige Erkenntnisse – aber wir tun oft nicht, was wir sagen und können von vielen Dingen erst dann sagen, ob wir sie regelmäßig nutzen werden, wenn wir sie einmal benutzt haben.

Beispiele für sanfte Relaunches

Amazon muss immer wieder als Beispiel für gute Sites herhalten – der Erfolg gibt Amazon recht. Erinnern Sie sich daran, dass Amazon etwas geändert hat, seitdem Sie die Site benutzen?

Amazon 2001

Die Reiter von Amazon 2001

Amazon ist extrem vorsichtig. Amazon hat noch nie ein großes Redesign gemacht, sondern immer nur vorsichtig einzelne Teile optimiert. Und das auch immer nur nach längeren Tests mit echten Benutzern. Und, auch ganz wichtig: Amazon hat noch nie damit geprahlt, einen Relaunch gemacht zu haben. Das interessiert die Nutzer nicht, daher können Sie sich solche Mitteilungen („besuchen Sie unsere neue Site!“ etc.) sparen.

Amazon 2006

Amazon 2006

Die größte Änderung bei Amazon waren die Reiter oben auf der Seite. Jahrelang waren sie ein Element, das tausende andere Sites kopiert haben. Doch irgendwann wurde das Angebot so groß, dass es sich nicht mehr sinnvoll mit horizontalen Reitern abbilden ließ.

Der Seitenkopf auf Amazon.de 2009

Der Seitenkopf auf Amazon.de 2009

So stieg Amazon auf „Mega Menüs“ um. Jared Spool beschreibt das Problem mit diesen Riesen-Menüflächen, die bei Rollover herausklappen, schön in seinem Blogpost 6 Epic Forces Battling Your Mega Menus. Weil diese auch nicht so gut funktioniert haben, verschwand diese Lösung nach nicht einmal einem Jahr – was für Amazons Verhältnisse extrem schnell ist.

Der Seitenkopf auf Amazon.de 2011

Der Seitenkopf auf Amazon.de 2011

Ist es Ihnen aufgefallen? Auch die Benutzerfreun.de habe ich vor einigen Tagen überarbeitet. Am auffälligsten ist die neue Seitenbreite. Auslöser waren die Videos, die jetzt hier zu finden sind – die sahen im bisherigen Inhaltsbereich einfach mickrig aus. Deshalb habe ich die Seitenbreite deutlich erhöht – auf einem Monitor mit 1024 Pixeln Breite ist sie aber immer noch vollständig zu sehen. Mit einem kleineren Monitor ist heute praktisch niemand mehr im Web unterwegs.

Die Startseite der benutzerfreun.de 2009 – nach einem ordentlichen Relaunch

Die Startseite der benutzerfreun.de 2009 – nach einem ordentlichen Relaunch

Außerdem habe ich einen neuen Reiter für die Videos hinzugefügt und den Punkt „Hintergrund-Infos“ umbenannt in „Konzepter-Info“. Das scheint mir aussagekräftiger zu sein als der bisherige Begriff.

Die Startseite der benutzerfreun.de 2011

Die Startseite der benutzerfreun.de 2011 – finden Sie die Unterschiede zur vorigen Version?

Und noch ein kosmetisches Detail: Das Orange des Logos und der Icons habe ich etwas abgeschwächt. Nachdem das Logo in den Videos sehr prominent ist, erschien mir der bisherige Farbton etwas zu grell. Aber vielleicht liegt das ja nur daran, dass ich das Logo schon seit vielen Jahren fast jeden Tag ansehe …

Was meinen Sie?

Was denken Sie über Relaunches? Wie planen Sie Ihren nächsten? Wie finden Sie den der benutzerfreun.de?

Lassen Sie es mich wissen, schreiben Sie eine Mail, kommentieren Sie im Blog oder auf Facebook!

Unter allen Kommentartoren verlose ich drei Exemplare der Neuauflage des Buchs Website-Konzeption, die vor wenigen Tagen erschienen ist.

Links

www.uie.com/articles/mega_menus
Jared Spools Artikel „6 Epic Forces Battling Your Mega Menus“

http://uxmyths.com/post/712537920/myth-you-need-to-redesign-your-website-periodically
Myth #11: You need to redesign your website periodically – UX Myths

www.gerrymcgovern.com/nt/2007/nt-2007-07-30-redesign.htm
Gerry McGovern: Web redesign is bad strategy

www.facebook.com/benutzerfreunde
Die benutzerfreun.de auf Facebook

www.benutzerfreun.de/newsletter/newsletter-092011-relaunch-uberflussig-oder-uberfallig/#comments
Den Artikel im Blog kommentieren.

Newsletter 08/2011 – Effizientes Marketing auf Facebook

Facebook hat über 20 Millionen Nutzer in Deutschland – 10 Millionen von ihnen nutzen Facebook jeden Tag. Und die Zahl wächst weiter rasant. Facebook ist in erster Linie ein privates Netzwerk, aber auch für viele Unternehmen gehört ein Facebook-Auftritt heute dazu.

Denken Sie aber immer daran: Ein Engagement in Sozialen Netzwerken ist nur sinnvoll, wenn Sie auch regelmäßig Zeit investieren. Nutzer erwarten Antworten auf ihre Fragen, die sie Ihnen dort stellen. Und sie erwarten regelmäßig neue Inhalte. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das funktioniert, sehen Sie sich ein paar Wochen lang an, was andere Unternehmen so treiben auf Facebook, bevor Sie selbst aktiv werden.

Facebook bietet mehrere Möglichkeiten, Ihre eigene Site im Web bekannter zu machen:

  • Facebook-Seiten (Facebook Pages)
  • Facebook-Anzeigen
  • Facebook-Elemente auf den eigenen Seiten
  • Facebook Angebote

Facebook Seiten

Etwas verwirrend ist, dass Facebook so viele verschiedene Möglichkeiten bietet, Profile einzurichten. Etwas klarer wurde es, weil inzwischen einfach von Seite für alles gesprochen wird, was kein persönliches Profil ist. Auch wenn der Begriff Seite ziemlich irreführend ist – eigentlich richtet man auf Facebook eine unter-Site mit mehreren Seiten ein.
Sie finden im Internet immer noch die alten Begriffe, deshalb seien sie kurz genannt:

  • Seite (war früher nur für Unternehmen gedacht, zeitweise Like-Page genannt)
  • Gemeinschaftsseite (für Fans)
  • Gruppe (für beliebige Themen)
  • Orte (für Geschäfte und alles mit Ortsbezug)

Heute heißt das alles Seite und Sie müssen sich beim Erstellen zwischen folgenden Optionen unterscheiden:

  • Lokales Unternehmen oder Ort
  • Unternehmen, Organisation oder Institution
  • Marke oder Produkt
  • Künstler, Band oder öffentliche Person
  • Unterhaltung

Seiten legen Sie bei Facebook hier an: www.facebook.com/pages/create.php

Wichtig ist, dass Sie immer nur ein Profil erstellen (außer Ihrem privaten). Zum einen verlangen das die Nutzungsbedingungen, zum anderen wird es für die Nutzer sonst verwirrend. Haben Sie ein Geschäft, dann ist „Lokales Unternehmen oder Ort“ die richtige Kategorie. Bieten Sie Ihre Produkte oder Dienstleitungen überregional an, dann ist „Unternehmen, Organisation oder Institution“ richtig. Wenn Sie eine Marke haben, die so bekannt ist, dass Nutzer diese auch auf Facebook suchen werden, dann können Sie auch „Marke oder Produkt“ verwenden. In diesem Fall sind auch mehrere Profile denkbar: Eines für Ihr Unternehmen und eines oder mehrere für Ihre wichtigste(n) Marke(n).

Tipps für Facebook Pages und für erfolgreiche Inhalte dort im benutzerfreun.de-Blog.

Facebook-Anzeigen

Werbung auf Facebook

Werbung auf Facebook


Mit Werbung auf Facebook erreichen Sie eine speziellere Zielgruppe als mit Werbung in Suchmaschinen (siehe April-Newsletter Google AdWords richtig nutzen). Die Nutzer von Facebook sind deutlich jünger und im Schnitt technisch etwas versierter als der Durchschnitt der Internet-Nutzer. Außerdem ist Werbung auf Facebook durch die Bilder etwas prominenter, und es stehen nicht so viele Anzeigen auf einer Seite.

Schließlich hat Werbung hier den Vorteil, dass sie in einem persönlicheren Umfeld erscheint. Auf Facebook kommuniziert man mit seinen Freunden und ist nicht auf der unpersönlichen Site einer Suchmaschine. Dadurch sind manche Nutzer für Werbung aufgeschlossener. Dies wird besonders dann verstärkt, wenn sie sehen, dass Freunden von ihnen eine bestimmte Werbung „gefällt“. Auf Facebook machen Sie sich also das Vertrauensverhältnis zwischen Freunden zunutze.

Werbung, die Facebook einblendet, unterscheidet sich je nach Nutzer. Ganz dem Klischee folgend sehen Männer sehen eher Werbung für Spiele und Computerkram, Frauen eher Werbung für Online-Shops.

Werbung, die Facebook einblendet, unterscheidet sich je nach Nutzer. Männer sehen eher Werbung für Spiele und Computerkram, Frauen eher Werbung für Online-Shops.

Ein weiterer großer Pluspunkt insbesondere für kleinere Firmen: Auf Facebook können Sie Ihre Zielgruppe extrem genau eingrenzen. Zwar kann man auch bei Google AdWords die Altersgruppe und das Geschlecht angeben – aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Benutzer richtige Angaben gemacht haben, ist bei Facebook deutlich höher.

Außerdem können Sie bei Facebook Werbung für einzelne Städte schalten – bei Google ist in den Grundeinstellungen die kleinstmögliche Einheit das Bundesland. Es geht zwar auch bei Google noch genauer – die Einstellungen hierfür sind aber nicht ansatzweise so komfortabel wie bei Facebook.
Mehr zu Facebook-Werbung: www.facebook.com/ads/best_practices.php

Facebook-Elemente für die eigene Site

Auch auf Ihrer eigenen Website können Sie einen Verweis auf Facebook setzen. Dazu haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Den gefällt-mir-Button (like-Button)
  • Die gefällt-mir-Box (like-Box oder Fan-Box)
  • Die Aktivitäts-Anzeige (Activity Feed)
  • Kommentarfunktion
  • Facepile (Anzahl der gefällt-mir-Klicks)
  • Live Stream (Echtzeit-Kommentar-Funktion)
  • Login-Button (zum Login in Facebook)
  • Empfehlungen (es werden Seiten von der eigenen Domain angezeigt, die Facebook-Freunde des Besuchers angeklickt haben)

Alle diese Funktionen erstellen Sie hier:
http://developers.facebook.com/docs/plugins/

Die meisten finde ich persönlich wenig hilfreich. Eigentlich sind nur die ersten beiden lohnend, daher geht es im Folgenden nur um diese.

gefällt-mir-Button

Für diesen brauchen Sie übrigens gar keinen Facebook-Account, Sie können damit jede beliebige URL verlinken.
Der gefällt-mir-Button (=like-Button) wird standardmäßig automatisch in der Sprache angezeigt, die der Benutzer in Facebook eingestellt hat. Die Vorschau beim Erstellen des Codes ist allerdings immer auf Englisch.

Screenshot des Facebook gefällt-mir-Button

Screenshot des Facebook gefällt-mir-Button

Wollen Sie die Sprache unabhängig von der Nutzereinstellung festlegen, ergänzen Sie im Code nach like.php? (ohne Leerzeichen davor oder danach) den Parameter locale=de_DE& für Deutsch oder z.B. locale=fr_FR& für Französisch.

Sie können auch ein WordPress-Plugin nutzen, wenn Sie ein WordPress-Blog haben: http://wordpress.org/extend/plugins/fblikebutton/

Dieses PlugIn bildet die Optionen der Facebook-Seite nach. Einfach und gut. Eine Alternative ist: http://wordpress.org/extend/plugins/share-and-follow/
Dies bietet deutlich mehr, es setzt auch Links zu Delicious, Twitter, LinkedIn etc. unter jeden Post, es hat ein Widget für die Seitenleiste usw.

Und wer in WordPress selbst Hand anlegen will, der findet bei myBlogtrainer eine Anleitung, wie man eine Like-Box als WordPress-Widget selbst erstellt.

gefällt-mir-Box

Die gefällt-mir-Box (=like-Box) ermöglicht es Ihren Besuchern, Ihre Facebook-Seite zu „liken“. Das heißt, anders als beim gefällt-mir-Button wird nicht die aktuell angezeigte HTML-Seite promotet, sondern Ihr Auftritt bei Facebook selbst.

Oder hier die Mininal-Version:

Facebook gefällt-mir-Box

Screenshot der Facebook gefällt-mir-Box

Facebook Angebote

Facebook-Angebote (=Facebook Deals) ist eine Möglichkeit für Geschäfte, über Facebook Kunden anzulocken. Sie können

  • Gutscheine ausgeben
  • Virtuelle Rabattmarken verteilen
  • Gemeinsames Einkaufen von Freunden belohnen
  • Spenden ausloben

Melden Sie sich an bei www.facebook.com/deals/business/.
Ein paar Infos: http://www.facebook.com/note.php?note_id=193817550631091

Links

Die benutzerfreun.de haben auch eine Facebook-Seite, auf der Sie auch gern kommentieren können – und Klicks auf „gefällt mir“ sind natürlich auch gern gesehen…

Zum Thema Marketing für Ladengeschäfte lesen Sie auch Newsletter 09/2010 – Marketing vor Ort
Außerdem finden Sie die Posts Die erfolgreichsten Marken auf Facebook und Warum folgen Facebook-Nutzer einer Marke? im benutzerfreun.de-Blog.

Wenn Sie noch tiefer einsteigen wollen, empfehle ich Ihnen das Buch Social Media Marketing von Tamar Weinberg. Darin finden Sie auch Tipps für Twitter u.a.

Newsletter 07/2011 – Tipps zur Providersuche

Bei benutzerfreun.de geht es ja meist um konzeptionelle Fragen. Doch immer wieder stellen mir Leser von Blog oder Buch die Frage nach Details der Umsetzung. Um eine solche Frage geht es im aktuellen Newsletter – Wie finde ich den richtigen Web-Hoster (Provider)?

Viele weitere Fragen, von allen, die ihre eigene kleine Website erstmals selbst umsetzen wollen, beantworte ich in einem neuen Buch, das ich zusammen mit meinem Kollegen Matthias Gidda geschrieben habe. Von diesem Buch verlose ich auch drei Exemplare (mehr am Ende dieses Textes).

Cover des Buches Die eigene Website

Cover des Buches Die eigene Website

Brauche ich einen eigenen Server?

Die kurze Antwort: Nein.

Die lange Antwort:

Ein eigener Server rechnet sich selten. Hard- und Software müssen beschafft und rund um die Uhr gewartet werden, die Anbindung ans Internet muss bezahlt werden, ebenso die Standleitung zum Verbindungsknoten. Sie müssen selbst dafür sorgen, dass die Site 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche am Netz ist. Auch sind Sie verantwortlich dafür, dass kein Hacker das System lahmlegt oder vertrauliche Daten einsehen kann.

Wenn die Site an hausinterne Datenbanken angeschlossen werden soll und die zur Wartung nötigen Fachkräfte ohnehin schon angestellt sind, kann ein eigener Server sinnvoll sein. Das ist auch der Fall, wenn hochsensible Daten auf dem Server liegen oder das erwartete Transfervolumen extrem hoch ist.

Der Server muss aber nicht tatsächlich physisch in der eigenen Firma stehen. Es gibt Provider, die sogenanntes Server-Hosting anbieten. Der Server steht dann in Räumen des Providers. Der Provider garantiert die Stromversorgung und die Anbindung an das Internet – für alles Weitere sind Sie bzw. Ihr Auftraggeber verantwortlich. Über FTP oder Fernwartung wird der Server mit Software und Dateien versorgt sowie gepflegt. Diese Lösung ist meist günstiger, als den Server in eigene Räume zu stellen. Noch bequemer sind Managed Server, bei denen die Provider auch das Betriebssystem aufspielen, für dessen Update sorgen und die Grundfunktionen des Servers garantieren.

Kostenlose Webhoster

Zunächst gibt es einige kostenlose Angebote, die teilweise genügend Leistung bieten, um kleinere Sites online zu stellen. Und auch wenn Sie einen kostenpflichtigen Anbieter wählen, brauchen Sie für Ihre ersten Projekte höchstens 5 Euro im Monat einzuplanen. Teurer wird’s erst, wenn Sie große Sites etwa für Firmen online bringen wollen, die von vielen Tausend Menschen täglich besucht werden.

Eine Übersicht über kostenlose Anbieter:
www.dmoz.org/World/Deutsch/Computer/Internet/Webdesign_und_-entwicklung/Webhosting/Webspace/Kostenlos

Die kostenlosen Anbieter finanzieren sich meist über Pop-up-Werbung auf Ihren Seiten. Von diesen Anbietern raten wir ab, einfach weil die Werbeeinblendungen doch recht störend sind. Dieser Provider verzichtet zum Beispiel (derzeit) auch in der kostenlosen Variante auf Werbung: www.50webs.com/free-web-hosting.html

Solche Anbieter hoffen natürlich, dass Sie sich später für eine kostenpflichtige Variante ihres Angebots entscheiden. Auch weiß man nie, wie lange solche Angebote bestehen bleiben – es kann sein, dass sie relativ kurzfristig eingestellt werden und Sie dann entweder zahlen müssen oder Ihre Site umziehen.

Professionelle Anbieter

Wir empfehlen folgenden Grundsatz: Sobald Sie planen, mit einer Website (für Sie oder einen Auftraggeber) Geld zu verdienen, sollten Sie einen kostenpflichtigen Anbieter wählen, dessen Server in Deutschland stehen. So ist Ihre Site für Nutzer aus Deutschland möglichst durchgehend und schnell erreichbar.

Welcher Tarif ist der richtige?

Der Preis fürs Hosting richtet sich nach dem Speicherplatz, der Ihnen auf dem Server für HTML-Dokumente und Multimediadateien zur Verfügung steht. Unterschiede gibt es auch beim Traffic, also bei der Übertragung der Dateien auf die Computer der Internetnutzer.

Für den benötigten Speicherplatz können Sie sich an folgender Rechnung orientieren:

Dateityp Anzahl Größe Speicherplatz (Summe)
HTML 5 100 Kilobyte 500 Kilobyte
CSS 3 75 Kilobyte 75 Kilobyte
JPEG 30 150 Kilobyte 4,5 Megabyte
5,08 Megabyte gesamt

Anmerkung: Die Umrechnung von kB in MB haben wir hier vereinfacht, eigentlich sind 1 MB 1.024 kB.

Die HTML- und CSS-Dateien einer Site sind zusammen oft nicht größer als ein Megabyte. Bei zusätzlich 30 Fotos im JPEG-Format braucht Ihre Site insgesamt circa 5 Megabyte Speicherplatz auf dem Server.
Für den Traffic müssen Sie schätzen, wie viele Besucher Sie pro Tag haben. Wir haben vier Annahmen durchgerechnet:

Speicherplatz Nutzer/Tag Traffic/Monat
5 Megabyte 10 1,5 Gigabyte
5 Megabyte 75 11,25 Gigabyte
5 Megabyte 250 37,5 Gigabyte
5 Megabyte 5000 750 Gigabyte

Wenn Ihre Site täglich 10 Benutzer besuchen, von denen wirklich jeder einzelne alle verfügbaren Inhalte anklickt, verursacht das einen Traffic von täglich 50 Megabyte. Im Monat sind das ca. 1,5 Gigabyte. So viel Traffic ist normalerweise bei jedem Anbieter schon im günstigsten Angebot enthalten.

Für eine private Site, die hauptsächlich von Freunden und Familie angesurft wird, ist das völlig ausreichend. 1 Gigabyte Speicherplatz und unlimitierter Traffic, ausreichend für die meisten kommerziellen Sites, bekommen Sie für nicht einmal 5 Euro pro Monat.

Kriterien für die Auswahl des Providers

Wenn Sie den Provider aussuchen, bei dem Sie Ihre Site hosten, achten Sie auf die folgenden Fragen:

  • Speicherplatz: Wieviel Mbyte bekommen Sie auf dem Server?
  • Datentransfervolumen (Traffic): Wie viel Mbyte pro Monat dürfen kostenlos heruntergeladen werden? (Oft sind „Überziehungen“ teuer, und es ist günstiger, einen Tarif mit höherem Datentransfervolumen und höherem Grundpreis zu nehmen.)
  • FTP-Zugang: Sie sollten mit dem file transfer protocol auf den Server zugreifen können. (Das wird von HTML-Editoren wie z. B. Dreamweaver unterstützt.) Damit haben Sie die Möglichkeit, jederzeit bequem neue Seiten hochzuladen oder alte zu löschen.
  • Geschwindigkeit: Testen Sie die Seiten des Providers und solche seiner Kunden mit einer langsamen Internet-Anbindung. Wird die Seite auch zu Spitzenzeiten (wie etwa am Freitagabend) ausreichend schnell geladen?
  • Ausfallsicherheit: Hat der Provider eine Notstromversorgung, und garantiert er Ihnen eine Ausfallzeit < x Minuten pro Monat? Fragen Sie jemanden, der seine Site bei dem Provider hat, nach seinen Erfahrungen mit der Zuverlässigkeit des Anbieters. Manche Provider geben Referenzkunden an, die Auskunft geben.
  • Logfiles: Haben Sie Zugriff auf Benutzerstatistiken Ihrer Seiten? Wie sind diese aufbereitet?
  • Domain: Wird die Domain auf Ihren Namen bzw. auf den des Kunden registriert? Das ist wichtig, wenn Sie den Provider einmal wechseln wollen, weil die Übertragung von Domains schwierig ist und Geld kostet.
  • E-Mail: Wie viele E-Mail-Adressen sind inklusive? Können Sie die Namen frei wählen? Gibt es eine Funktion für die automatische Weiterleitung und für die automatische Beantwortung, wenn Sie in Urlaub sind? Gibt es eine Begrenzung der Größe von Dateianhängen?
  • Scripts und Erweiterungen: Können Sie PHP-Scripts einsetzen? Was ist mit CGI/Perl, ASP und anderen Techniken, wenn Sie solche verwenden möchten?
  • Wie lang ist die Laufzeit des Vertrages?
  • Wie ist der Support? Gibt es eine Rund-um-die-Uhr-Hotline? Antwortet dort ein Sprachcomputer oder ein Mensch?

Der beste Provider für Ihre Website

Als Fazit kann man sagen: Mit Webhostern ist es ähnlich wie mit Banken oder Mobilfunkanbietern: Es ist sehr schwer, Empfehlungen zu geben. Die Tarife ändern sich ständig und die Angebote unterscheiden sich in so vielen Details, dass es schwer ist, sie objektiv zu vergleichen.

Ich selbst war einige Jahre bei einem der großen deutschen Anbieter und wechsle jetzt zu einem mittelständischen Unternehmen. Der Grund ist, dass ich einen persönlichen Ansprechpartner haben möchte und ich keine Lust mehr, mich mit den Callcentern der großen Anbieter herumzuärgern. Aber das ist wie gesagt meine persönliche Meinung.

Verlosung des Buchs „Meine eigene Website“

Unter allen, die in den nächsten zwei Wochen einen Kommentar auf der Website oder bei Facebook hinterlassen, verlosen wir dreimal je ein Exemplar des Buchs „Die eigene Website“. Daher bitte im Blog-Kommentarformular eine gültige E-Mailadresse angeben (die nur für mich sichtbar ist und die ich nicht anderweitig verwenden werde).
Der Rechtsweg bei der Verlosung ist natürlich ausgeschlossen.

> Mehr Infos zum Website-Buch

Viel Glück bei der Verlosung – und natürlich bin ich auch gespannt auf Ihre Erfahrungen mit Webhostern in den Kommentaren!

Newsletter 06/2011 – Internetrecht – Webimpressum, Urheberrecht, Datenschutz, Abmahnungen

Wir deutschen Jura-Laien (mich eingeschlossen), erwarten von Juristen oft, von ihnen einen Freibrief zu bekommen, dass alles rechtlich OK ist, was wir tun. Wir hätten am liebsten eine Checkliste, deren Punkte wir abarbeiten können, um sicher zu sein, dass wir niemals verklagt, abgemahnt oder auch nur mit einem Ordnungsgeld belegt werden.

Wir sind sehr deutsch, auch wir Blogger. Von Juristen müssen wir uns aber sagen lassen, dass es diese Sicherheit nie geben kann. Dass wir uns einfach trauen müssen, etwas zu tun. Das Leben ist einfach lebensgefährlich.

Diesen Aussagen bin ich in den letzen Wochen an zwei Stellen begegnet: in dem Buch „Online-Marketing und Recht“ von Martin Schirmbacher (nicht ganz so deutlich) und im Vortrag von Henning Krieg und Thorsten Feldmann (sehr deutlich).

Das Buch

Cover Online-Marketing und RechtIn seinem Buch von fast 500 Seiten beschäftigt sich der Rechtsanwalt Martin Schirmbacher mit allen rechtlichen Fragen rund um die Website. Dabei beschränkt er sich nicht auf Fragen, die die eigene Site betreffen, sondern er beleuchtet auch Auftritte in Sozialen Medien wie Twitter oder Facebook und beschreibt, was bei Werbung zu beachten ist, die man auf anderen Sites schaltet. Schließlich gibt es noch ein eigenes Kapitel für alle Shop-Betreiber und auch Teilnehmer von Partnerprogrammen (Affiliate-Programmen) finden einige Tipps. Sogar Hinweise für die Gestaltung von Verträgen von Agenturen gibt es.

Anders als der Titel vermuten lässt, ist das Buch nicht nur das Richtige für alle, die Marketing und Werbung im Internet machen wollen, sondern vielmehr für jeden, der eine Website betreibt.

Natürlich gibt es Checklisten, die die konkrete Umsetzung für die eigene Site erleichtern. Aber, wie Schirmbacher schon in der Einleitung schreibt:

Komplexe rechtliche Fragestellungen können nicht in einem Praxis-Handbuch beantwortet werden, sondern bedürfen sorgfältiger juristischer Prüfung im Einzelfall. Jeder Fall […] ist anders.

Trotzdem ist das Buch meiner Meinung nach ein hervorragender Ratgeber, wie man die meisten rechtlichen Probleme vermeidet. Schirmbacher beschreibt die Fakten erfreulich klar. Er scheut nicht davor zurück, Sachverhalte so weit zu vereinfachen, dass auch wir juristische Laien verstehen, worauf es ankommt.
Schön ist auch, dass er immer praktische Beispiele bringt, die das Verständnis erleichtern.

Ich bin sicher, dass jeder Website-Betreiber einige Dinge finden wird, die er noch nicht wusste. Zum Beispiel:

  • Wussten Sie, dass Domainnamen wie www.tauchschule-dortmund.de rechtlich nicht in Ordnung sind?
  • Steht auf Ihrer Site auch ein allgemeiner Disclaimer, und fängt er eventuell sogar mit „Das Landgericht Hamburg hat entschieden…“ an? Das zeigt laut Schirmbacher, dass bei Ihnen nicht sorgfältig mit rechtlichen Dingen umgegangen wird. (siehe dazu auch ,Nutzlose Disclaimer‘ hier im Blog)
  • War Ihnen klar, dass Sie mit dem Namen fremder Marken nicht ohne Weiteres werben dürfen, auch wenn Sie deren Produkte verkaufen?
  • Wussten Sie, Popup-Werbung eine unzulässige Belästigung sein kann?

Der Workshop

Die Rechtsanwälte Henning Krieg und Thorsten Feldmann veranstalteten auf der re:publica 2011 den Workshop „Bloggen und Recht“. Zweieinhalb Stunden lang klärten sie wissbegierige Blogger über die rechtlichen Fallstricke auf, über die man bei der täglichen Arbeit im Netz stolpern kann. Sie sprachen locker und vor allem im Klartext über:

  • Impressumspflicht
  • Datenschutz
  • Urheberrecht
  • Persönlichkeitsrecht
  • Marken- und Wettbewerbsrecht
  • Haftungsfragen
  • Abmahnungen

Ich dachte zunächst, ich würde hier nicht viel Neues erfahren, wurde aber positiv überrascht. Die beiden Anwälte erzählten Dinge, die sie so wohl nicht einmal ihn ihren Blogs schreiben. Sie setzten manches in die richtige Perspektive. Sie betonten, dass man praktisch immer in rechtliche Probleme geraten kann, wenn man sich öffentlich äußert. Sie halfen aber dabei, das Risiko dafür einzuschätzen, so dass jeder selbst beurteilen kann, wie hoch es jeweils ist.

Im Folgenden einige Erkenntnisse, die für mich neu waren bzw. Tipps, die ich wertvoll finde.

Webimpressum / Impressumspflicht

Jeder, der eine Website betreibt, die sich an die Öffentlichkeit richtet, braucht das „kleine Impressum“, also Name und Anschrift – nicht nur „gewerbsmäßige“ Anbieter (die brauchen das große Impressum). Ausführliche Infos bei: www.anbieterkennung.de

Die Impressumspflicht gilt auch für Twitter, Facebook-Seiten und auch für Gruppen auf Facebook oder Xing, wenn sie gewerbsmäßig betrieben werden. Es reicht aber, einen Link zur eigenen Website zu setzen. Bei Twitter zum Beispiel auf der Profil-Seite, bei Facebook und Xing in den Infos über die Seite bzw. Gruppe.

Datenschutz für Website-Betreiber

Krieg legte den Bloggern einen der wichtigsten Grundsätze des Datenschutzes ans Herz: Die Datensparsamkeit. Erhebe immer so wenig Daten wie möglich. Das verpflichtende Abfragen der E-Mailadresse beim Kommentieren in Blogs (Voreinstellung von WordPress) ist zum Beispiel rechtlich nicht in Ordnung, weil die Adresse nicht zwingend nötig ist.

Beide Anwälte betonten, dass die IP-Adresse in Deutschland von fast allen Gerichten zu den persönlichen Daten gerechnet wird. Man sollte also deren Speicherung vermeiden, etwa in den Logfiles seines Webservers.
Feldmanns Fazit:

Die Datenschutzgesetzgebung ist komplex und nicht stringent.

Kurz ging es um Google Analytics, dem Web-Analytics-System von Google. Dies ist nach der Meinung vieler Datenschützer in Deutschland illegal. Krieg und Feldmann empfohlen, zumindest die Variante zu nutzen, mit der keine IP-Adressen gespeichert werden.
Sie sagten aber, man solle das Problem mit Google Analytics in der Praxis nicht überbewerten. Viele ihrer Klienten würden es nutzen, aber bisher hätte niemand deshalb Ärger bekommen.
„Diese Einstellung finde ich scheiße.“ sagte dazu Joerg Heidrich, der im Publikum saß. Der Rechtsanwalt Heidrich ist Justiziar des Heise-Verlags und schreibt in der Zeitschrift c‘t des Öfteren über Internetrecht. Er hält Google Analytics in der „ungezähmten“ Variante für „Teufelszeug“, weil damit Google jede Menge Daten sammelt, ohne jegliche Kontrolle der Website-Betreiber oder -Besucher. Darauf konnten sich die drei Juristen einigen.

Einigen konnten sie sich auch auf die Empfehlung von Piwik als rechtlich sauberere Alternative zu Google Analytics.

Cloud Computing und Datenschutz

Personenbezogene Daten dürfen Sie nicht ohne Weiteres auf fremde Server hochladen. Das gilt auch für Cloud-Computing-Dienste wie Google Documents oder Dropbox. Adressen- oder E-Mail-Listen sollten Sie also unbedingt besser lokal speichern.

Haftung von Website-Betreibern

Bei der Frage nach der Haftung für Kommentare von Besuchern sagte Krieg, dass man zwei Möglichkeiten hat: Entweder man schaltet sie einzeln frei und ist dann sofort verantwortlich, oder man lässt sie einfach ungefiltert erscheinen. Denn sobald man von einem Rechtsverstoß weiß, muss man ihn unterbinden. Wenn man die Kommentare also nicht einzeln prüft, kann man von Verstößen nichts wissen. Sobald aber jemand darauf hinweist, muss man solche Kommentare sofort entfernen.

Urheberrecht

Zum Thema Urheberrecht erklärten Krieg und Feldmann, dass praktisch alles dem Urheberrecht unterliegt:

  • Texte
  • Zeichnungen, Fotos, Gemälde
  • Videos
  • Software
  • Pläne (Stadtpläne, Architekturpläne…)
  • Linksammlungen
  • RSS-Feeds

Lediglich folgende Dinge seien frei nutzbar:

  • Tagesaktuelle Ereignisse
  • Zitate
  • Zusammenfassungen (Abstracts)
  • Links (auch solche auf Unterseiten)

Für Details empfahlen die beiden den Wikipedia-Artikel zum Urheberrecht und www.irights.info.

Was tun bei Abmahnungen?

Wenn man eine Abmahnung bekommt, sollte man Folgendes tun:

  • Nerven behalten, aber die Abmahnung ernst nehmen
  • mit dem Abmahnenden direkt reden, nicht mit dessen Anwalt
  • ohne rechtliche Beratung nichts unterschreiben
  • eigenen Anwalt suchen, der in dem Bereich Erfahrung hat
  • mit dem eigenen Anwalt eine Honorarvereinbarung treffen
  • Reichweite der Unterlassungserklärung prüfen
  • Kosten mit dem Gegner verhandeln

Fazit zu Vortrag und Buch

Ich fand es sehr erfrischend, Juristen zuzuhören, die Klartext sprechen. Wer die Gelegenheit hat, Feldmann und/oder Krieg bei einem Vortrag zu hören, sollte das unbedingt tun.

Wer diese Gelegenheit nicht hat, oder wer tiefer in die Materie einsteigen will, der sollte sich das Buch von Schirmbacher besorgen. Es ist zwar nicht so unterhaltsam wie ein Vortrag, es liest sich aber für ein Fachbuch zum Thema Recht erstaunlich leicht. Es erspart sicher nicht in jedem Fall den Anwalt, aber es kann trotzdem helfen, das es nicht so schnell nötig wird, einen zu beauftragen. Und vor allem: es gibt einem als Website-Betreiber ein besseres Gefühl, weil man über die rechtlichen Gefahren Bescheid weiß.

Links

Online-Marketing und Recht (mitp Business)

Preis: EUR 29,95
4.8 von 5 Sternen (6 Kundenrezension(en))